Krypto-­Hotspot Österreich

Was sich im Windschatten von Bitpanda in Österreich entwickelt.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Digital Pioneers
  • Game ChangerInnen

Lesedauer:

3 Minuten

AutorIn: Florian Streb

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Wie sich Österreich zum gefragten Standort für Kryptowährungs-Dienstleister entwickelt und welche Start-ups abseits von Bitpanda man kennen sollte.

Seit einigen Monaten hat Österreich sein erstes "Unicorn" – also ein Start-up mit einem Unternehmenswert von über 1 Milliarde US-Dollar – nämlich die Kryptowährungsbörse Bitpanda. Das wertvollste österreichische Unternehmen in dieser Branche ist aber bei Weitem nicht das einzige: Rund um Bitpanda ist in den letzten Jahren in Österreich ein ganzes Ökosystem an Kryptoasset-Unternehmen entstanden. Allein in der Datenbank der Finanzmarktaufsicht sind 23 Dienstleister im Bereich virtuelle Währungen registriert, das bildet aber längst nicht die Breite der Branche ab.

Wien ist nicht Grand Cayman

Aber woran liegt es, dass Österreich – nicht unbedingt als Land der Fin-Techs bekannt – zu einem Hotspot der Krypto-Szene geworden ist? Ist bei uns vielleicht die Regulierung lockerer als in anderen Ländern? "Nein, wir sind nicht die Cayman Islands der Kryptowährungen", sagt Thomas Moth, Geschäftsführer des Fachverbands der Finanzdienstleister. "Im regulatorischen Bereich hat Österreich auch gar nicht viel Spielraum, der liegt großteils bei der EU." Bitpanda habe als Vorreiter aber extrem viel in die Erfüllung der regulatorischen Vorgaben investiert – zum Beispiel für seine Debitkarte, berichtet Moth: "Ich glaube, dass andere davon auch profitieren, dass sich die Finanzmarktaufsicht mit vielen Fragen schon auseinandergesetzt hat und einige Top-Experten im Kryptobereich hat." Im Steuerrecht sieht es Moth als kleinen Vorteil gegenüber anderen Ländern, dass in Österreich das Finanzministerium zur steuerlichen Behandlung von Krypto-Assets klar Stellung bezogen hat: "Das gibt Unternehmen Sicherheit." 

Gut vernetzt

Noch gewichtigere Pluspunkte für den Standort sind aber das große Forschungsnetzwerk und der Know-how-Transfer in der Branche. Mit dem Austrian Blockchain Center hat Österreich interdisziplinäres Forschungszentrum, zahlreiche Universitäten und Fachhochschulen sind in dem Bereich aktiv, viele Unternehmen in der Digital Asset Association Austria vernetzt. Und: Hochschulen und Wirtschaft arbeiten fleißig zusammen, zum Beispiel in Form von Lehrtätigkeit und gemeinsamen Projekten wie Pantos, das den Transfer von Assets zwischen verschiedenen Blockchains ermöglichen soll. 

7 Player in Österreichs Krypto-Landschaft

Und wer sind nun die Unternehmen, die den Kryptoasset-Cluster bilden? Für einen vollständigen Überblick sind es schon zu viele, aber ein paar wollen wir vorstellen, um die Breite zu zeigen.

  • Coinfinity ist ein Bitcoin-Broker mit Sitz in Graz und hat gemeinsam mit der Staatsdruckerei auch eine "Card Wallet" entwickelt, eine sichere Lagermöglichkeit für Bitcoin und Ethereum in Form einer Scheckkarte.

  • The House of Nakamoto eröffnete 2017 als Österreichs erstes Ladengeschäft für Bitcoin am Schottenring in Wien. Mittlerweile gibt es eine zusätzliche Filiale in Amsterdam, weitere sind geplant.

  • Blockpit aus Linz vertreibt Software, die Krypto-Tradern bei ihrer Steuererklärung und der Aufzeichnung ihrer Transaktionen hilft – in Europa und den USA.

  • Kurant ist europäischer Marktführer im Betrieb von Bitcoin-Automaten. Mehrere Dutzend davon hat das Wiener Unternehmen mittlerweile in Österreich aufgestellt, weitere in Griechenland, Spanien, Deutschland, den Niederlanden und Italien.

  • Nodeventure bietet eine Komplettlösung zur Kryptoverwahrung. Die Linzer haben auch eine Schnittstelle entwickelt, mit der andere Finanzdienstleister Blockchain-Wallets für ihre Kunden ins eigene System integrieren können.

  • Salamantex aus dem kleinen Pixendorf südlich von Tulln hat sich auf Bezahllösungen für digitale Währungen spezialisiert und bietet zum Beispiel Soft- und Hardware für den Point of Sale.

  • Crypto Management betreut Privatkunden, Stiftungen und institutionelle Kunden bei deren Anlagen in digitalen Währungen, auch in Form von aktivem Portfoliomanagement.