Was Bill Gates und Josef Zotter verbindet

5 Dinge, die der Microsoft-Gründer und der steierische Chocolatier gemeinsam haben


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  • WirtschaftseinsteigerInnen

Lesedauer:

5 Minuten

AutorIn: Dora Grau

Josef Zotter i
Zotter / Heinz Tesarek

Der eine lebt nahe Seattle in den USA, der andere im steirischen Bergl bei Riegersburg. Der eine macht Software, der andere Schokolade. Und trotzdem verbindet die beiden Unternehmer mehr, als man denkt.

1. Gamechanger auf ihrem Gebiet

Beide haben sich einem wesentlichen Wirtschaftszweig verschrieben. Bill Gates hat, daran besteht kein Zweifel, die Computerindustrie revolutioniert. Ohne ihn (und seinen Wettbewerb mit Apple-Gründer Steve Jobs) gäbe es weder den PC noch Software in ihrer heutigen Form.

Josef Zotter wiederum hat von Österreich aus Schokolade neu erfunden: Er ist der einzige, der hierzulande hochwertige Schokolade direkt aus Kakaobohnen herstellt. Mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen und nachhaltiger Produktion hat er ganz neue Maßstäbe gesetzt.

2. Verschlossene Türen als Ansporn

Wussten Sie, dass dem jungen Bill Gates einmal wochenlang der Zutritt zum Computerraum der Schule versperrt war? Er hatte nämlich einen Bug im System gefunden, der seiner Clique mehr Bildschirmzeit ermöglichte, und diesen ausgenutzt. Doch Gates machte das Beste daraus, und arbeitete anschließend mit der Schule zusammen, um weitere Software-Fehler aufzuspüren.

Auch Josef Zotter stand einmal vor verschlossenen Türen - ebenfalls in jungen Jahren, wenngleich nicht als Schüler: Als 26-Jähriger eröffnete er eine Grazer Kaffeehauskette, die 1999 in Konkurs ging. Er lernte aus seinen Fehlern und eröffnete noch im gleichen Jahr seine Schokoladenmanufaktur

3. "Boomer" – aber kein Klischee

Leute, die in den Jahren 1946 bis 1964 geboren wurden, werden auf Social-Media-Plattformen oft "Baby Boomer" genannt. "Boomer" gelten als verwöhnt und realitätsfremd. Schließlich wuchsen sie in einer Zeit auf, in der die Arbeitslosigkeit niedrig und der Glaube an die Allmacht der Marktwirtschaft allgegenwärtig war. 

Bill Gates ist Jahrgang 1955, Josef Zotter wurde 1961 geboren. Und beide haben es geschafft, aus ihren Chancen das Beste zu machen, mit viel Gefühl für Nachhaltigkeit, und ganz ohne die nervige Rechthaberei, die einen großen Teil des "Boomer"-Klischees ausmacht

4. Drei Kinder, verheiratet mit geschäftstüchtigen Frauen

Tochter – Sohn – Tochter: In dieser Reihenfolge kamen die jeweils drei Kinder von Gates und Zotter zur Welt. Die Mütter dieser drei stehen den Unternehmern auch beruflich zur Seite: Ulrike Zotter managt die Schokomanufaktur. Melinda Gates war früher General Manager bei Microsoft und ist Mitgründerin der Bill & Melinda Gates Foundation, einer der weltgrößten privaten Charity-Organisationen.

5. Keine Angst vor revolutionären Ideen

Konsequente Nachhaltigkeit und die Umverteilung von Vermögen sind sowohl Bill Gates als auch Josef Zotter ein Anliegen. Bill Gates unterstützt mehrere Initiativen zur Förderung nachhaltiger Energien. Außerdem gründete er gemeinsam mit Warren Buffett die Initiative "The Giving Pledge", deren betuchte Mitglieder mindestens die Hälfte ihres Vermögens der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Josef Zotter ist Pionier der nachhaltigen Kakaoverarbeitung: Alle seine Rohstoffe stammen aus fairem Anbau, er startete Initiativen für notleidende Kinder in Afrika und setzt sich für faire Bedingungen im eigenen Betrieb ein. Und auch er ist für Umverteilung: "Wenn jemand 200 Millionen auf der hohen Kante hat und dabei seinen Betrieb runterlässt, dann muss man sie ihm wegnehmen." 

Im Umsatz liegt der Unterschied

Beim Umsatz zeigt sich allerdings, dass "der große Bruder aus Amerika" dem österreichischen Schoko-Pionier doch einiges voraus hat: Während Josef Zotters Schokoladen-Manufaktur nach eigenen Angaben jährlich etwa 28,1 Millionen US-Dollar (24,1 Millionen Euro) Umsatz machte (Stand 2019), lag der Umsatz von Microsoft bei satten 143 Milliarden Dollar (119 Milliarden Euro).