Die Welt mit digitalen Augen besuchen

In Wien entsteht ein soziales Netzwerk für Kultur und Tourismus.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • WeiterdenkerInnen
  • Digital Pioneers

Lesedauer:

3 Minuten

AutorIn: Eva Baumgardinger

Patrick Tomelitsch i
OROUNDO Mobile GmbH

Die Wiener Plattform Cultural Places bringt Kunst, Kultur und Tourismus zusammen - auch in Zeiten von Corona.

Der Namenswechsel von Facebook zu Meta Platforms zeigt es aktuell: Nicht alles, was ein Profil braucht, muss auch tatsächlich ein echtes Gesicht haben. Das dachte sich auch Cultural Places-Gründer Patrick Tomelitsch und rief 2018 Cultural Places ins Leben, eine Art Facebook für Kultur und Tourismus. Die All-In-One-Plattform macht es Institutionen aus diesem Umfeld möglich, schnell, einfach und kostengünstig ein Profil zu erstellen und es dann je nach Bedarf mit verschiedenen Features des Start-ups zu versehen. 

Guides, Tickets, Podcasts für Sehenswürdigkeiten

Das kann die einfache und kostenlose Darstellung der jeweiligen Attraktion bedeuten, aber auch aufwendige Guides, digitales Ticketing oder Podcasts sind möglich. „Unsere Branche ist nicht gerade die techaffinste“, erklärt der CEO und Gründer des Start-ups. „Deshalb ist es uns wichtig, die Nutzung sehr einfach und effizient zu gestalten. Unerlässlich ist es für uns auch, dass jeder und jede aus dem Kulturbereich mitmachen kann, auch ohne oder mit nur sehr wenig Budget. Corona hat die Branche hart getroffen, wir sehen uns als Partner, um neue Zielgruppen zu erreichen und neue Einnahmequellen zu erschließen.“ Momentan umfasst das Angebot von Cultural Places bereits rund 150 österreichische und 20 internationale Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen.

Wohin soll´s gehen? 

Digital Reisen und Kultur genießen. Cultural Places-Gründer Patrick Tomelitsch verrät seine 3 Top-Destinationen

  1. MILLSTÄTTERSEE
    Da ich Kärntner bin, fange ich damit an: Schaut euch einmal die Region Millstatt an. Hier gibt es nicht nur einen wunderschönen See, sondern reichlich Geschichte, Kunst und Kultur zum Erleben. Was hier hilft ist unser Guide.

  2. WIEN
    Wenn ihr Wien besucht, erkundet den Stephansdom mal anders, nämlich von außen. Geht um den Dom und erlebt Geschichte, die man nicht einfach so googeln kann - mehr Infos hier.

  3. DOROTHEUM 
    Kultur ist so viel mehr als nur Museen. Schaut euch auch mal andere, großartige Einrichtungen an. Zum Beispiel Auktionshäuser wie das Dorotheum. Hier wird man als Kulturliebhaber schnell fündig.

Zum buddhistischen Tempel in Indonesien

Doch freilich profitieren nicht nur die partizipierenden Organisationen von dieser digitalen Zauberbühne. Kulturinteressierte oder -reisende bekommen hier Zugriff auf kuratierte Online-Guides, standortbezogene Informationen und Reiseplanung. Via Smartphone kann man etwa mit der legendären Anna Sacher durch das berühmte Hotel in Wien ziehen, die mystischen Seiten Zagrebs erleben, den Göttersitz Akropolis auskundschaften oder den größten buddhistischen Tempel der Welt in Indonesien besuchen. „Wir sind davon überzeugt, dass Kultur ein vernetzendes Bindeglied ist, das essentiell für mehr Verständnis in der Welt sorgt. Uns ist es wichtig, dass jeder Mensch Kultur sehr einfach erleben kann, egal ob von unterwegs oder von zu Hause aus“, erklärt Tomelitsch und macht damit auch in Zeiten von Pandemie und Lockdown einen wichtigen Punkt. 

Technischer Pionier für teilnehmende Kulturinstitutionen

Unterstützt wird der gebürtige Kärntner von einer international aufgestellten Gruppe aus Expertinnen und Experten aus Kultur, Kommunikation und einem eigenen Tech-Team. Das hat den Vorteil, dass qualitativ hochwertiger Inhalt schnell und multilingual verfügbar gemacht und technische Trends wie Künstliche Intelligenz, Blockchain oder 5G direkt übersetzt werden können. Eine Möglichkeit, die einzelne Kulturinstitutionen oder Personen in dieser Form oftmals nicht haben. „Wir sehen uns in diesem Bereich als einen der österreichischen Pioniere für ein solches Plattformmodell“, so der Gründer, der sich in der digitalen Kulturkommunikation bereits mit OROUNDO Mobile einen Namen machte.

Du willst sein eigenes Startup gründen?

Alle Informationen rund um das Thema gründen findest du im Gründerservice

Ein neuer Coin für Kultur

Und der Erfolg lässt sich an Zahlen ablesen: Im kommenden Jahr, in dem sich das Unternehmen weltweit noch breiter aufstellen möchte, wird ein Umsatz von rund einer Millionen Euro angepeilt. Zwischen 30.000 und 50.000 Menschen surfen sich bereits jetzt monatlich durch die Seiten. 2022 soll ein digitales Zahlungsmittel verstärkt zum Einsatz kommen. „Wir bauen ein Ökosystem für Kunst und Kultur, in dem unser Coin eine entscheidende Rolle spielen wird“, erklärt Tomelitsch. Das Vorbild sei dabei das Prämienprogramm Miles and More: Ist man aktiv auf der Plattform, kann man Coins sammeln und diese dann wiederum für interessante Guides, Tickets oder andere Aktionen eintauschen. „Das ist noch ein großes Stück Arbeit, aber wir sind dran!“, sagt Patrick Tomelitsch und man merkt ihm seinen Eifer an. Zusätzlich werde es noch mehrere Finanzierungsrunden mit internationalen Investoren geben müssen: „Um so schneller in die Welt zu kommen.“


Cultural Places

Weitere Infos findet man auf allen Social-Media-Kanälen von Social Places:

In der Reihe "Startup des Monats" porträtieren wir pro Monat ein außergewöhnliches heimisches Start-up. Du kennst ein junges Unternehmen, dessen Geschichte wir erzählen sollten oder hast sogar selbst ein herausragendes Start-up? Schick uns ein kurzes Mail !