Wenn reines "Knöpferl drücken" zu wenig ist

Höchstleistungen beim LehrlingsHackathon.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Lehrlinge
  • HackerInnen

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Eine Handy-App programmieren, von der Idee zum fertigen Produkt. Und das in zwei Tagen? Kaum zu glauben, aber das geht!  Der LehrlingsHackathon im Rahmen des CodingDays zeigt wie.

183 Lehrlinge aus 56 Unternehmen haben sich der Herausforderung beim WKÖ LehrlingsHackathon im Rahmen des CodingDays 2021 gestellt - und sie bewältigt. Und zwar von völligen Coding-Anfängern – angeleitet von erfahrenen Coaches - bis hin zu Programmier-Experten aus IT-Lehrberufen. Ganz einfach war es nicht, da sind sich die Teilnehmer-Teams einig. Alle berichten vom ständigen Rennen gegen die Uhr, um die vielen kreativen Ideen umzusetzen. Und auch das Programm Thunkable tat nicht immer das, was es sollte.

"Die größte Herausforderung war, Mario dazu zu bewegen, sich zu bewegen", erzählt Sanela Iseinoska von der Wiener Städtischen mit einem Lachen. Sie hat mit ihrem Kollegen Dominic Toprak die App "LAP Prüfungsvorbereitung" programmiert. Aber wer ist Mario. Nicht etwa ein träger Teamkollege, sondern der von der Spielkonsole bekannte Installateur. Die pfiffige Idee der zwei Lehrlinge: Statt fade Skripten zu wälzen, hilft die App, sich spielerisch auf die Lehrabschlussprüfung vorzubereiten. Schlussendlich hat sich auch Mario bewegt. Und die Expertenjury beim WKÖ LehrlingsHackathon 2021 überzeugt: Platz eins in der Kategorie "Rookies" war der Lohn für Sanela und Dominic.

Alle Preisträger bei den Rookies und ihre Projekte im Überblick findest du hier. 

Beim CodingDay2021 am 9. November wurden in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die innovativsten, nützlichsten und am besten umgesetzten Apps ausgezeichnet. Und das im Beisein prominenter Beobachter: Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Bildungsminister Heinz Faßmann und WKÖ-Vizepräsidentin Carmen Goby überzeugten sich persönlich vom hohen Innovationspotenzial, das die Lehrlinge in ihre Betriebe einbringen können. Denn, darin waren sich alle einig: Nur Konsumieren, reines „Knöpferl drücken“ als Anwender, ist künftig zu wenig. Im 21. Jahrhundert geht es zunehmend darum, die Digitalisierung aktiv mitzugestalten.

"Ich bin superstolz und überwältigt: Das gilt für die Arbeiten aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das gibt uns sehr viel Hoffnung und eine Zukunftsperspektive, dass wir den Facharbeitermangel lösen können", sagte Atos-CEO Johann Schachner, der seinen Lehrlingen Riccarda Stolz und Lukas Subr zum Sieg in der Kategorie „Professionals“ gratulieren durfte. Ihre originelle App "Pawtner" ist eine Art von Partnersuche für Hunde(züchter).

Alle Preisträger bei den Professionals und ihre Projekte im Überblick findest du hier. 

Mit dem praktischen Tool "MyCompany" holten Simon Masoglu und Jakob Konzett von Liebherr den Sieg in der Kategorie "Experts".

Alle Preisträger bei den Experts und ihre Projekte im Überblick findest du hier. 

In der Kategorie „Newcomer“ fuhren Matteo Holzer und Tanja Zehetner vom Verbund (Rookies) sowie Alexander Herbst, Fabio Kalcher und Noel Pletzer von ACP IT Solutions (Experts) den Sieg ein. 

Alle Preisträger bei den Newcomern und ihre Projekte im Überblick findest du hier. 

Wo der Weg hinführen kann, wenn man selbst aktiv wird und die Initiative ergreift, das lebt Selina Kurzmayr vor – sie hatte selbst eine Lehre absolviert und recht rasch einen tollen Aufstieg bis zur Marketingmanagerin erlebt. Um dann einen mutigen Sprung zu wagen: Sie machte sich mit "Blattwende" selbstständig, einem Online-Shop für nachhaltige Produkte.  "Das hat schon in der Lehre angefangen: Mir ist vermittelt worden, je neugieriger ich bin, je mehr ich hinterfrage, umso mehr kann ich erreichen", erzählt Kurzmayr. So habe sie auch den Mut für die Gründung aufgebracht. Und sich die fehlenden Kenntnisse erworben. Ihr Tipp? "Wer für etwas brennt, der sollte anfangen und losgehen. Und Entscheidungen treffen, das ist wahnsinnig wichtig. Selbst wenn es nur die Entscheidung sein sollte, morgen zu entscheiden."