Jedem Ende wohnt ein Anfang inne - auch bei PET-Flaschen

Ein österreichisches Unternehmen setzt Standards in der Kreislaufwirtschaft.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • UpcylclerInnen
  • Umweltbewusste

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PET to PET-CEO Christian Strasser i
Andi Bruckner

Ob Fruchtsaft, Softdrink oder Wasser - die Flaschen diverser Durstlöscher werden von PET to PET Recycling tonnenweise zu PET-Flakes und Granulat verarbeitet. Mehr als eine Milliarde Flaschen werden so jährlich recycelt und der Kreislaufwirtschaft zugeführt.

In der Praxis ist die Kreislaufwirtschaft nicht sanft und grün, sondern laut und farbenfroh. Auf den Förderbändern von PET to PET im burgenländischen Müllendorf werden täglich über drei Millionen PET-Flaschen nach Farben sortiert und recycelt. Im bisherigen Rekordjahr 2020 waren es rund 1,13 Milliarden - Tendenz steigend. Für Geschäftsführer Christian Strasser ein weiteres Kapitel in einer Erfolgsgeschichte, die bereits im Jahr 2006 begann. 

"Die Getränkeverpackung wurde schon damals sehr kontrovers diskutiert – Einweg vs. Mehrweg und wachsende Müllberge standen in der öffentlichen Wahrnehmung immer im Mittelpunkt", sagt Strasser. "Gemeinsam mit den wichtigsten Getränkeherstellern legten wir vor 15 Jahren die Grundlage für einen geschlossenen Bottle-to-Bottle-Kreislauf in Österreich."

Den Kreislauf im Blick

Am Ende des Zyklus einer PET-Getränkeflasche steht im Werk von PET to PET die Reduzierung auf PET-Flakes und PET-Granulat, aus denen die verschiedensten Behältnisse neu gefertigt werden können. 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten auf dem Gelände von PET to PET, welches mit Lager-, Produktions- und Bürogebäuden die Fläche von sieben Fußballfeldern umfasst.


Die spezielle Anlagenstruktur, die zwei Recyclatformen - PET-Flakes und PET-Granulate - herstellen kann, ist auch im internationalen Vergleich eine Besonderheit. In einem patentierten Prozess werden PET-Flakes ohne Aufschmelzen intensiv gereinigt. In einem zweiten Verfahren werden die PET-Flakes durch Aufschmelzen, Filtration und Granulierung auf lebensmitteltaugliche Qualität gehoben und entsprechen dann den hohen Vorgaben der Lebensmittelindustrie. 

"Einige Produzenten haben in Österreich für manche Produkte bereits vollständig Flaschen aus 100 % Recyclat im Einsatz", erklärt Christian Strasser. Für ihn ist klar: Wertstoffe wie Kunststoffe, die eine theoretische Lebensdauer von mehr als hundert Jahren haben, sollen bestmöglich im Kreislauf geführt werden. Neue Technologien zur besseren Trennung und Verarbeitung von PET-Material stehen bereits fest: Neben mechanischen werden zukünftig auch chemische Recyclingverfahren zum Einsatz kommen, um damit schwierige und stark verunreinigende Kunststoffverpackungen zurück in den Kreislauf zu bringen.

Werte für neue Generationen

Ein besonderes Augenmerk legt man bei PET to PET darauf, Umweltbewusstsein und den Willen zu nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen auch außerhalb des eigenen Unternehmens zu stärken. So fördert PET to PET Schulprojekte und Wettbewerbe, die sich mit Stoff- und Materialkreisläufen auseinandersetzen.

"Das ist ein Schwerpunkt, den wir seit vielen Jahre weiter ausbauen. Wir bieten auch spezielle Führungen für Schulklassen an, um jungen Menschen zu zeigen, wie der Kreislauf der PET-Getränkeflasche funktioniert", sagt Christian Strasser. "Das ist uns wichtig, denn wir sprechen europaweit über Kreislaufwirtschaft und wie sie funktionieren kann – bei PET to PET setzen wir sie bereits erfolgreich um."

PET to PET auf einen Blick

  • Recyceltes Material (2020): rund 1.130.000.000 PET-Flaschen
  • Anzahl an recycelten Flaschen pro Sekunde: 35,8
  • Recyceltes Material in Tonnen (2020): 28.200
  • Anzahl der Mitarbeiter: 75
  • Grundstücksfläche: 53.000 m²
  • Produktionshalle 3.300 m²
  • Lagerhallen 4.050 m²
  • Bürogebäude 200 m²