Wirtschaft beginnt bei den Winzlingen

Die aktuell laufende KinderuniWien hat zahlreiche Veranstaltungen zu Wirtschaftsthemen im Programm.


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  • WirtschaftseinsteigerInnen
  • Ausbildende

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3 Minuten
Karoline Iber i
Kinderbüro der Universität Wien/APA-Fotoservice/Juhasz

Karoline Iber

Wie Kinder für Wirtschaft begeistert werden können und warum das schon frühzeitig so wichtig ist, erklärt Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinderbüros Wien.

"Die Kinderuni-Veranstaltungen zu wirtschaftlichen Themen erfreuen sich auch heuer wieder großer Beliebtheit, ist das richtig?“

Karoline Iber:
Die sind restlos ausgebucht! Grundsätzlich ist das Interesse ja auf allen Gebieten, auf denen wir Veranstaltungen anbieten – also Wissenschaft, Medizin, Technik, Boku und Vetmed –, sehr hoch. Aber wir waren dann doch überrascht, wie sehr gerade die Workshops unseres – gemeinsam mit der WKÖ erarbeiteten – Wirtschaftstags nachgefragt wurden. Insbesondere der Workshop zur Ausbildungs- und Berufswahl war ein Renner!

 

“Zehn- bis Zwölfjährige wollen bereits brennend wissen, was sie einmal machen werden?“

Sie werden ja auch ständig danach gefragt: Wie heißt du, wie alt bist du, was willst du einmal werden? Das sind doch die Standardfragen, die sie von den Erwachsenen laufend zu hören bekommen – da ist es für sie recht nützlich, schon einmal eine Antwort parat zu haben. Aber abgesehen davon bekommen Kinder mit, dass Beruf und Arbeit wichtige Themen sind. Sie hören, dass man arbeiten und Geld verdienen muss, um sich etwas kaufen zu können, haben aber oft unklare Vorstellungen, was „Beruf“ eigentlich beinhaltet, so nach dem Schema: Mama arbeitet in einem Büro, Papa ist beruflich oft unterwegs. Das alles ist sehr abstrakt – auf dieser und anderen Veranstaltungen zum Thema Wirtschaft tragen wir dazu bei, es zu konkretisieren. Die Kinder in dem Alter sind mental noch völlig offen und können sich angeregt, aber unbeeinflusst die Frage stellen: Welcher Beruf würde mir denn Freude machen, und welche Ausbildung bräuchte ich dafür? 

 

“Warum ist es wichtig, Kinder frühzeitig mit Themen der Wirtschaft in Berührung zu bringen?“

Es hilft ihnen dabei, das System, in dem wir leben, „greifbar“ zu machen. Wie wir alle sind sie tagtäglich mit „Wirtschaft“ konfrontiert: Sie sehen, dass beim Bankomat Geld herauskommt – aber wie kommt das Geld auf die Karte oder aufs Handy, wenn mit diesem an der Supermarktkassa bezahlt wird? Sie sind von Werbung umgeben. Sie entscheiden bei wirtschaftlichen Entscheidungen in der Familie mit – wirklich! Tatsächlich haben Kinder beispielsweise bei der Wahl des Urlaubsorts oder beim Autokauf vielfach ein gewichtiges Wort mitzureden!

“Wer sind die Vortragenden?“

Das sind in erster Linie Männer und Frauen der Wissenschaft bzw. der Wirtschaft, die über ihre beruflichen Themen erzählen. Daher leben die Veranstaltungen auch sehr stark von der Persönlichkeit der Vortragenden, die in der Regel für das „brennen“, was sie tun. Das allein macht es authentisch und auch für die Kinder spannend. Aber man muss schon aufpassen, dass die auch bei der Sache bleiben: Sie haben Ferien, es ist heiß, sie sind von anderen Kindern umringt, die sie nicht kennen, usw. Sie haben übrigens ein sehr gutes Sensorium dafür, ob der oder die Vortragende sie auch ernst nimmt: Gegenseitiger Respekt ist Voraussetzung!

 

"Wie werden Wirtschaftsthemen für Kinder aufbereitet?"

Wir von der Kinderuni unterstützen die Vortragenden dabei, die Themen spielerisch aufzubereiten, Narrative zu entwickeln. Manche sind da Naturtalente, wie der Altrektor Georg Winckler, der das Phänomen der Inflation mithilfe des Märchens vom Goldesel erklärte! Um nur zwei aktuelle Beispiele zu nennen: In einem Workshop für 7- bis 9-Jährige wird anhand des Tapirs Fridolin und seiner Freundin, des Eichhörnchens Lotti, der Frage nachgegangen, was es alles braucht, um ein Unternehmen zu gründen, welche Produkte man in einer gegebenen Situation – hier: im Wald – für welche Tiere anbieten kann, was sie kosten sollen und wie das alles zu finanzieren ist. Im Seminar „Fünf Kokosnüsse für eine Xbox!“ wiederum, das für 10- bis 12-Jährige konzipiert ist, werden die Funktionsweisen von Tausch, Geld und Handel erklärt.

 

“Können sich die Kinder bei den Veranstaltungen auch selbst einbringen?“

Ja, sie einzubinden ist uns, getreu dem Motto „Hands on, minds on“, auch ganz wichtig. Dazu haben wir verschiedene „Stationenspiele“ entwickelt, die am Wirtschaftstag zum Einsatz kommen. Beispielsweise werden Lieferketten dadurch veranschaulicht, dass jedes Kind eine bestimmte Rolle bekommt, die dazu passenden Gegenstände wie etwa Getreidekorn, Mehl, Lastwagen, Brot usw. zu finden hat und sich anschließend an der richtigen Stelle in die Kette stellt.