Keine Angst vor Bullen und Bären!

5 Tipps für alle, die jetzt in Aktien einsteigen wollen.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • WirtschaftseinsteigerInnen
  • Digital Natives

Lesedauer:

2 Minuten

AutorIn: Florian Streb

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Historisch niedrige Sparzinsen, steigende Inflation: Dieser Mix lässt den Wert der Ersparnisse schmelzen. Aktien wären eine schlaue Alternative, doch viele trauen sich nicht. Vielleicht kann unser 5-Punkte-Plan hier Abhilfe schaffen. 

In diesen Tagen feierte der berühmteste Börsenindex der Welt Geburtstag: Der Dow Jones wurde 125! Über die Jahrzehnte zeigt der „Dow Jones Industrial Average“ – wie er genau genommen heißt – insgesamt einen positiven Trend, war aber in seiner bewegten Geschichte viele Male mit „Bullen und Bären“ konfrontiert.

Aktienkauf statt Angstsparen

Bullen und Bären? Wie bitte? Wenn Aktien steigen, spricht man von einem Bullenmarkt, wenn sie fallen, vom Bärenmarkt. Begriffe, die den meisten ÖsterreicherInnen fremd sind. Nur 5 bis 7 Prozent investieren ihr Geld direkt an der Börse in Aktien. Noch weniger können mit „Private Equity“, also der außerbörslichen Beteiligung an Unternehmen, etwas anfangen. Lieber wird hierzulande in Sparbücher und Bausparverträge investiert. Vor allem in der Coronakrise hat ein Angstsparen eingesetzt, das die Sparquote auf die rekordverdächtige Quote von 14,5 Prozent der Einkommen getrieben hat. An die 280 Milliarden Euro liegen aktuell auf Sparkonten, und das bei historisch niedrigen Zinsen und steigender Inflation.

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Über die Ursachen der Aktienskepsis sind ganze Bücher geschrieben worden: Nicht zuletzt fehlt ganz einfach das Finanzwissen. Gerade Ältere, konservative Anleger fürchten, ihr Geld zu verlieren. Doch in der jungen Generation zeichnet sich jetzt eine Trendwende ab. Angefeuert durch Trading-Apps wie Robinhood oder Trade Republic, handeln junge Menschen unkompliziert mit Wertpapieren und erhoffen sich schnelle Gewinne (mehr dazu hier). Ganz ohne Finanz-Know-how kann natürlich auch das zu einem gefährlichen Spiel werden.

5 Tipps für Einsteigerinnen und Einsteiger

Wir haben fünf Vorschläge, damit sich in Österreich eine verantwortungsvolle Aktienkultur entwickeln kann:

  1. Grundwissen aneignen
    Wer sich auskennt, kann Chancen und Risiken besser abschätzen. Deshalb sollte das Finanzwissen (Financial Literacy) der Bevölkerung gestärkt werden (mehr darüber in unserem Beitrag "Wirtschaftsbildung als Standortfaktor"). Idealerweise würde dieses Fach schon in der Pflichtschule gelehrt, um ein allgemeines Grundwissen über Finanzen, Zinsen, Fonds und die Börse zu schaffen. Weil das aber (noch) nicht der Fall ist, nutze alle verfügbaren Wissensquellen: Frag Bankberater, Vermögensberater und andere Sachkundige um Rat. Lies Bücher und Blogs zum Thema Finanzwissen. Beschäftige dich mit der Materie und hinterfrage pauschale Aussagen – und dann los!

  2. Interesse teilen
    Du hast schon erste Erfahrungen am Aktienmarkt gesammelt? Erzähle anderen davon. So kommt dein Interesse für das Thema „Investieren/Veranlagen“ allen zugute. Man muss kein Experte sein, um mit Aktien zu handeln. Aber den Unterschied zwischen einer Aktie und einer Anleihe, zwischen der Investition in eine Einzelaktie und einen Fonds oder zwischen einem Fondssparplan und einer fondsgebundenen Lebensversicherung sollte man schon kennen: Warum also nicht dein Wissen mit anderen teilen?

  3. Ein Produkt verstehen 
    AnlegerInnen sollen das Produkt, in das sie investieren, verstehen und sich bewusst sein, dass sie durch ihre Investition quasi „MiteigentümerIn“ der Aktiengesellschaft sind. Kauft man eine Aktie, sollte man sich also intensiv mit dem Unternehmen (der AG) beschäftigen und einschätzen können, wie sich dessen Geschäftsmodell entwickeln könnte.

  4. Seriöse Unterstützung holen  
    Bei Unklarheiten schnell das Internet checken? Besser nicht. Hole dir lieber die Unterstützung professioneller Berater, die strengen aufsichtsrechtlichen Regelungen unterliegen. Diese haben das Finanzwissen und beschäftigen sich täglich mit der Materie.

  5. Klein anfangen, groß aussteigen  
    Wie heißt es so schön? „Probieren geht über Studieren“. Wage also den ersten Schritt und investieren – doch zunächst besser nur einen kleinen Geldbetrag, dessen Verlust du gut verkraften kannst. Achte dabei darauf, dass du stets die Risiken deiner Investments kennst, aber nicht fürchtest. Wenn du erst einmal sicherer geworden bist, kannst du mehr Geld investieren - auch in verschiedene Finanzprodukte - um irgendwann satte Gewinne einzufahren.