"Meine ersten Deals machte ich mit sechs Jahren"

Arkadi Jeghiazaryan bringt Augmented Reality in Bildung und Business.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • WeiterdenkerInnen
  • WirtschaftseinsteigerInnen

Lesedauer:

3 Minuten

AutorIn: Eva Baumgardinger

Arkadi Jeghiazaryan von Amlogy i
Amlogy

Mit elf flüchtete Arkadi Jeghiazaryan mit seiner Familie aus Armenien. Mit 25 bietet er mit seinem Startup "Amlogy" AR-Anwendungen für die digitale Welt.

Als Arkadi Jeghiazaryan beim WKÖ CodingDay im November einen Workshop in einer Wiener Mittelschule gab, war das Interesse groß. Aber nicht nur 3D-Visualisierungen und Programmiertipps des Augmented-Reality-Experten begeisterten die Schülerinnen und Schüler. Besonders angetan waren die 13- und 14-jährigen vom beruflichen Werdegang Jeghiazaryans.

"Die Kids waren superneugierig, wie man das macht: Gründen." Zu erzählen gab es viel, denn dem 25-jährigen scheint das Entrepreneurship im Blut zu liegen. „Ich wusste schon als Kind: Wenn ich groß bin, werde ich Unternehmer“, erzählt er. "Mit sechs Jahren habe ich die ersten Deals gemacht, zum Beispiel für Gartenarbeit einen Quadratmeterpreis vereinbart oder Pfandflaschen für Gasthäuser ausgewaschen. Oft ist gar kein Geld geflossen, es ging mir einfach darum zu verstehen, wie man das angehen kann."

 So funktioniert AREEKA

Vom Flüchtling zum Gründer 

Als Jeghiazaryan elf war, flüchtete er mit seiner Familie aus Armenien, verbrachte die erste Zeit in einem Heim und kämpfte sich durch die Sprachbarrieren in der Schule. Als Jugendlicher begann er sich leidenschaftlich für die Augmented Reality-Technlogie zu interessieren und gründete mit 19 gemeinsam gemeinsam mit seinem Bruder die Amlogy GmbH. Herzstück des Unternehmens ist die EdTech-Marke Areeka, eine App, die etwa Schulbuch-Inhalte zum dreidimensionalen Leben erweckt. Dazu zählen die Areeka Erlebniskarten "Die Welt der Tiere und Dinosaurier", Themenhefte mit Titeln wie "Licht und Wasser", "Eine interaktive Reise ins Alte Ägypten" oder "Verkehrszeichen einfach verstehen". Ähnlich wie beim Handy-Spiel Pokémon Go werden visuelle 3-D-Inhalte sichtbar, wenn man durch die Smartphone- oder Tablet-Kamera Fotos oder Grafiken in einem gedruckten Schulbuch betrachtet.

Das Wiener Startup ist vor allem im B2B-Bereich aktiv. Zu den Kunden zählen neben Schulbuchverlagen auch Energieversorger oder Unternehmen aus dem Bau-, Industrie- und Unterhaltungsbereich. "Wir bieten die Dienstleitung 'Content Experiences' und helfen unseren Kunden dabei, ihre Produkte durch interaktive 3D-Modelle darzustellen", erklärt Jeghiazaryan, dessen Unternehmen derzeit 10 Mitarbeiter hat. Amlogys neueste Entwicklung: Das Areeka Studio, eine Plattform, die Web-AR-Inhalte zur Verfügung stellt. Hierfür braucht es keine App mehr, sondern die User können AR über ihren Internetbrowser anwenden und auch selbst erstellen. 

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"Mein Vorbild war Spiderman"

Mittlerweile ist Arkadi Jeghiazaryan zum gefragten Speaker und Rolemodel für Jugendliche mit Migrationshintergrund geworden. Oft bemerke er in Workshops, dass es Kindern und Jugendlichen aus weniger privilegierten Familien an Selbstvertrauen fürs Gründen fehle. "Ich hatte mal ein Mädchen in der Gruppe, das erst zweieinhalb Jahre in Österreich war, ein wunderschönes Deutsch sprach und trotzdem von sich sagte: Ich könnte kein Unternehmen gründen, weil ich ein Mädchen bin und aus Floridsdorf komme. Gegen diesen Stempel zu kämpfen, braucht Kraft, gibt aber auch Kraft". Welche Vorbilder er selbst als Flüchtlingskind hatte? "Definitiv meine eigenen Eltern – und Spiderman. Die Vorstellung, dass man Superkräfte haben kann, um Dinge zu verändern, begleitet mich bis heute."


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