"Hemdsärmelig" in Afrika

In Märkten jenseits der "beaten tracks" braucht man interkulturelle Kompetenz für den wirtschaftlichen Erfolg.


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2 Minuten

AutorIn: Connie Wagenhofer

Edith Predorf i
AussenwirtschaftAustria

In Nairobi eröffnet WKÖ-Wirtschaftsdelegierte Edith Predorf Entwicklungschancen – für österreichische Unternehmen und ostafrikanische Regionen. 

Es sind die versteckteren Chancen, die Edith Predorf reizen. Von ihrem Büro im AussenwirtschaftsCenter Nairobi, Kenia, ist Predorf seit September 2019 als Wirtschaftsdelegierte für die Region Ostafrika zuständig. „Ich habe mich für diese Destination beworben, weil es mir besondere Freude macht, jenseits der „beaten tracks“, der ausgetretenen Pfade, Türen für österreichische Unternehmen zu öffnen.

Eine mobile Fabrik für Kenia

Jüngstes Erfolgserlebnis ist der Markteinstieg der Firma Neulandt, einem Teil der Umdasch-Gruppe, in Kenia, den Predorf und ihr Team mit Marktkenntnis und Kontakten zu Entscheidungsträgern unterstützt hat. Neulandt hat eine mobile Fabrik zur Produktion hochwertiger Fertigbauteile entwickelt und ist derzeit gerade dabei, in Kenia eine Firma zu gründen


Das AussenwirtschaftsCenter wird aber auch aktiv, wenn größere Zahlungsausstände für österreichische Unternehmen eingetrieben werden müssen. „Das ist uns in den vergangenen Monaten insbesondere in Äthiopien gelungen“, sagt Predorf.

Projekte zur Entwicklung des Landes

Gerade in Afrika geht es häufig um die Entwicklung nicht kommerzieller Infrastruktur, beispielsweise im Gesundheitsbereich, mit Hilfe von österreichischen Soft-Loan-Finanzierungen. So hat der Gesundheitsdienstleister VAMED in Kenia bereits einige erfolgreiche Projekte abgewickelt, und das Technologieunternehmen AME International errichtet derzeit in Nord-Uganda ein spezialisiertes Krebs-Spital. Bei solchen Projekten unterstützen wir die Unternehmen vor allem bei den bilateralen Verhandlungen.

Interkulturelle Übersetzungen inkludiert

„Als Wirtschaftsdelegierte kann ich Unternehmen hemdsärmelig beim Auslandsgeschäft unterstützen“, sagt Predorf, „Kontakte einzufädeln, die sonst vielleicht nicht zustande gekommen wären und die Qualität und Technologien österreichischer Firmen im Ausland zu positionieren.“

Sehr häufig muss Predorf, die zuvor schon Erfahrungen in Shanghai, Bukarest und Johannesburg gesammelt hat, auch übersetzen: nicht von einer Sprache in die andere, sondern zwischen den Kulturen. „Ich habe schon manches Geschäft gefährdet gesehen, weil sich eine Akteurin oder ein Akteur unbewusst im Ton vergriffen hat“, sagt Predorf. Hier sei es wichtig, ausgleichend zu unterstützen und etwaige Wogen zu glätten.