Ukraine-Krieg: Das wollen Betriebe wissen

Infos und Frequently Asked Questions für österreichische Unternehmen.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • ExporteurInnen

Lesedauer:

2 Minuten

AutorIn: Jürgen Zacharias

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Wie ist die aktuelle Lage vor Ort? Wie wird sich die Situation weiter entwickeln? Und wie steht es um die Lieferketten? Für Unternehmen stellen sich rund um den Ukraine-Krieg derzeit viele Fragen. Wir haben die wichtigsten Antworten.

Die Produktion stoppen? Das Büro schließen? Abwarten? Oder Weitermachen? Wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen oder gar außer Landes bringen? Die in der Ukraine engagierten österreichischen Unternehmen haben sehr unterschiedlich auf den Krieg in Osteuropa reagiert. Wie es mit ihren Standorten, Produktionen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weitergeht, wissen aber nur die wenigsten. Zu unübersichtlich entwickelt sich aktuell die Lage, zu groß sind die Unsicherheiten. Da den Überblick zu bewahren, ist nicht einfach. Viele Unternehmen wenden sich daher mit drängenden Fragen an die Wirtschaftskammer. Hier die Antworten auf die meist gestellten Fragen:

Krieg in der Ukraine: Aktuelle Infos für Unternehmen

Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen sowie die wichtigsten Fragen und Antworten für Unternehmerinnen und Unternehmer findest du auf WKO.AT/UKRAINE

Wie ist die aktuelle Lage vor Ort?

Wie es bei einem Land im Kriegszustand zu erwarten ist: Schwierig, unsicher und äußerst unübersichtlich. Manche Gebiete sind bereits von der russischen Armee erobert, zahlreiche größere Städte umkämpft, in vielen Landesteilen kommt es immer wieder zu Luftangriffen und Artilleriebeschuss. Der Frontverlauf ändert sich stündlich, auch bisher nicht betroffene Gebiete können jederzeit bombardiert oder mit Raketen beschossen werden. Österreicher, die sich noch in der Ukraine aufhalten, sollten das Land daher schnellstmöglich verlassen. In jedem Fall sollten sie sich so weit wie möglich von militärischen Einrichtungen entfernt halten und die Unterkunft nur in unbedingt notwendigen Fällen verlassen.

Wie wird sich die Lage weiter entwickeln?

Das ist momentan kaum prognostizierbar. Angesichts des breitflächigen russischen Angriffs gehen Expertinnen und Experten aktuell aber davon aus, dass die Ukraine in Zukunft unter russischer Kontrolle stehen wird – entweder direkt oder indirekt durch die Einsetzung einer russlandfreundlichen Regierung. Unternehmen sollten also mit langfristigen massiven Einschränkungen des Wirtschaftsverkehrs mit der Ukraine, aber auch mit Russland rechnen.

Funktioniert die Logistik im Land noch?

Nur sehr eingeschränkt. Es kommt aktuell auch in den Landesteilen, in denen keine direkten Kampfhandlungen stattfinden, zu größeren Einschränkungen im Personen- und Güterverkehr. Und es ist damit zu rechnen, dass diese Einschränkungen weiter bestehen bleiben und sich in den kommenden Tagen und Wochen sogar noch verschärfen. Auswirkungen hat das auf die Transporte im Land, aber auch auf die überregionalen Lieferketten. Zahlreiche österreichische Unternehmen warten derzeit vergeblich auf dringend benötigte Lieferungen aus der Ukraine, die steigenden Rohstoffpreise stellen eine zusätzliche Belastung dar.

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Ist es überhaupt noch möglich, Güter in die Ukraine zu schicken?

Aufgrund der Kampfhandlungen sind die Luft- und Seefrachttransportwege in die Ukraine derzeit geschlossen. Transporte über den Landweg und Schienenverkehr sind je nach Region eingeschränkt möglich. Allerdings haben die großen Kurierdienste DHL, UPS und FedEx ihre Arbeit im Land eingestellt, der private ukrainische Paketdienstanbieter Nova Poshta arbeitet eingeschränkt weiter. Unternehmen, die Hilfslieferungen in die Ukraine schicken wollen, wenden sich am besten an die speziell dafür eingerichtete Koordinationsstelle des BMI.

Funktioniert der Zahlungsverkehr mit der Ukraine noch?

Stand jetzt ja, dies kann sich jedoch jederzeit ändern. Für Überweisungen aus europäischen Ländern ist es notwendig, dass der Empfänger über ein Euro-Konto verfügt. Zu beachten ist, dass die ukrainische Nationalbank aktuell den Devisenhandel beschränkt. Beispielsweise wurde die tägliche Abhebung von Bargeld in der Landeswährung auf maximal 3.000 Euro und von Devisen auf maximal 900 Euro beschränkt. Zudem sind grenzüberschreitende Devisentransfers und Devisentransaktionen bis auf wenige Ausnahmen beschränkt. Eine Übersicht der geltenden Bestimmungen ist in englischer Sprache hier zu finden.

Noch Fragen? Hier findest du die Antworten!

Die umfassenden FAQ rund um die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs findest du HIER.