Finanzplanung für EPU: 2026 ohne unangenehme Überraschungen

So bleibst du zahlungsfähig, steuersicher und stressfrei


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Entrepreneur:innen
  • Gründer:innen
  • Problemlöser:innen

Lesedauer:

5

Minuten

AutorIn: Elisabeth Oberndorfer

Konzept für ausgewogenes finanzielles Wachstum mit rosa Sparschwein auf Holzwaage und Symbolen für Sparen, Investieren, Planung, Budgetierung, Buchhaltung und Vermögensverwaltung in Büroumgebung i
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So bringst du 2026 finanziell auf Kurs: Als EPU behältst du mit Monatsbudget, Rücklagen und smarten Planungstools den Überblick und gewinnst mehr Zeit fürs Wesentliche.

Als EPU behältst du mit Monatsbudget, Rücklagen und smarten Planungstools den Überblick und gewinnst mehr Zeit fürs Wesentliche.

Business-Pläne, Finanzen und Buchhaltung gehören zum unternehmerischen Alltag, auch wenn sie für viele Ein-Personen-Unternehmen nicht zum Kerngeschäft zählen. Gerade für EPU ist eine gute Finanzplanung wichtig, um strukturiert ins Jahr zu starten und unangenehme Überraschungen zu vermeiden – damit du dich voll aufs Kerngeschäft konzentrieren kannst.

Laut EPU-Stimmungsbarometer der WKÖ sehen 63% der EPU steuerliche Belastungen als größte Herausforderung. Auch der bürokratische Aufwand beschäftigt viele (48%). Im Schnitt verbringen EPU zehn Stunden pro Monat mit administrativen Aufgaben. Trotz der Hindernisse würden sich zwei Drittel der befragten EPU wieder selbstständig machen.

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Es ist noch nicht zu spät, um die Finanzen für 2026 zu planen

Ganz vermeiden lässt sich der administrative Aufwand nicht. Die gute Nachricht: Mit den folgenden Tipps kannst du deine Finanzen effizient aufsetzen und einfach im Blick behalten, damit du dich deinem Kerngeschäft widmen kannst.

Dos & Don’ts für ein erfolgreiches Jahr

#1 Schritt für Schritt zur Liquiditätsplanung

Eine umfassende Liquiditätsplanung gilt als zentrale Grundlage, um Engpässe und unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Sie beginnt idealerweise schon bei der Gründung und begleitet dich im täglichen Business. Die Struktur ist bei EPU ähnlich wie bei größeren Unternehmen – nur mit geringerem Zahlenumfang.

#2 Worauf es bei der Liquiditätsplanung ankommt

Ein Liquiditätsplan stellt sicher, dass du Rechnungen und Verbindlichkeiten fristgerecht bezahlen kannst. Dafür brauchst du den Überblick über liquide Mittel (z.B. Bankkonto, Bargeld) sowie die erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Dazu zählen etwa Miete, Versicherungen, SVS-Beiträge, Kredite oder Steuern. Plane am besten monatlich für das gesamte Jahr.

#3 Welche Vorteile die Liquiditätsplanung für EPU hat

Wer die Zahlen kennt, kann rechtzeitig handeln: Reichen die Einnahmen aus? Wo kannst du Ausgaben kürzen oder Einnahmen steigern? Ist eine Finanzierung oder Förderung nötig? Eine einfache Tabelle reicht oft schon als Basis für diesen Überblick. Der Liquiditätsplaner der WKÖ verfügt beispielsweise über eine entsprechende Vorlage. Auch Steuerberatungen bieten oftmals Vorlagen und Hilfestellungen für die Liquiditätsplanung an.

#4 Check: Wie viel Geld du als EPU brauchst

Wie viel soll ich zurücklegen? Wie viel kann ich mir auszahlen? Häufig wird empfohlen, etwa drei bis sechs Monatsgehälter als Reserve einzuplanen. Für deinen Unternehmerlohn gilt: mindestens auf Höhe eines vergleichbaren Angestellten plus 20 % Gewinn- oder Sicherheitsspanne. Der Mindestumsatzrechner der WKÖ zeigt dir, wie viel Umsatz du dafür brauchst.

Wichtig ist auch der Überblick über deine privaten Ausgaben. Sie fließen in die Liquiditätsplanung mit ein. Viele unterschätzen etwa unregelmäßige Kosten (z. B. Versicherungen).

Hier hilft eine Auswertung der Banktransaktionen über mehrere Monate.

#5 Beratung holen, Risiken senken

Budget und Liquidität sollten Ein-Personen-Unternehmen grundsätzlich selbst im Griff haben. Mithilfe von Tools wie dem Liquiditätsplaner lässt sich das jedoch deutlich einfacher umsetzen. Auch wenn Rechnungen und Belegführung bei dir bleiben: Viele Aufgaben kannst du auslagern. Buchhalter:innen und Bilanzbuchhalter:innen kennen die steuerlichen Rahmenbedingungen und erledigen die laufende Buchhaltung dank ihrer Fachkenntnisse effizient. Das ist eine wertvolle Unterstützung und nimmt administrative Arbeit ab, damit sich das EPU stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren kann.

#6 Umsatz, Preise, SV: Was du im Blick behalten solltest

Selbstständige und Unternehmer:innen sollten immer relevante Kennzahlen wie Umsatz, Verbindlichkeiten und Forderungen kennen. Außerdem ist zu beachten, welche Voraus- und Nachzahlungen für die SV und die Einkommensteuer zu erwarten sind. Mit dem SV- und Steuer-Rechner können diese Zahlungen online kalkuliert werden. Je klarer dein Überblick, desto gezielter kannst du deine Preise kalkulieren. Wer bei der Preisgestaltung Unterstützung benötigt, kann beispielsweise den Preisrechner nutzen.

Checkliste: So bist du 2026 finanziell gut aufgestellt

  • Einnahmen & Ausgaben analysieren (privat & betrieblich)
  • Liquiditätsplanung für 2026 auf Monatsbasis erstellen
  • Gehalt realistisch kalkulieren und Rücklagen einplanen
  • Liquiditätsplaner und Mindestumsatzrechner der WKÖ nutzen
  • Preise regelmäßig überprüfen und mit dem Preisrechner kalkulieren
  • Wiederkehrende Aufgaben (z. B. Buchhaltung) auslagern
  • Separate Konten für Rücklagen, Steuern und SV führen
  • Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten prüfen

Weitere Tipps, um deine Finanzen zu vereinfachen

Auch wenn deine Finanzplanung für 2026 schon steht, können dir diese zusätzlichen Tipps den Unternehmeralltag erleichtern: Für manche EPU kann eine Pauschalierung sinnvoller sein als die klassische Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

Eine Pauschalierung bietet sich häufig an, wenn die tatsächlichen Betriebsausgaben gering sind und der pauschale Abzug – 20% für Dienstleistungsbetriebe und 45% für Nicht-Dienstleistungsbetriebe – voraussichtlich zu einem niedrigeren steuerpflichtigen Gewinn führt und gleichzeitig der Verwaltungsaufwand reduziert werden soll.

Die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ist hingegen oft dann sinnvoll, wenn höhere tatsächliche Betriebsausgaben anfallen oder viele absetzbare Einzelkosten bestehen, sodass eine detaillierte Erfassung steuerlich günstiger ist und mehr Flexibilität ermöglicht. Wer seine Planung bereits gemacht hat, kann diese Frage oft selbst beantworten oder sich steuerlich beraten lassen.

Auch eine klare Kontenstruktur hilft, den Aufwand zu minimieren. Sinnvoll ist ein Geschäftskonto für den Zahlungsverkehr sowie ein separates Rücklagenkonto für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Optional kann ein drittes Konto als Liquiditätspuffer dienen. Das sorgt für Übersicht, Planungssicherheit und verringert das Risiko unerwarteter Nachzahlungen.

Vermeide kostspielige Fehler

Eine gut strukturierte Finanzplanung schafft Sicherheit und hilft, Engpässe zu verhindern. Wer offene Rechnungen und Zahlungsströme im Blick behält, kann Mahnungen oder überraschende Zahlungsspitzen vermeiden.

Wichtig: Rücklagen für SV und Steuern sollten immer frühzeitig eingeplant werden.

Sicher, fokussiert, selbstständig und bereit für 2026

Mit einer durchdachten Finanzplanung, den passenden Tools und etwas Unterstützung kannst du 2026 effizient, sicher und mit einem klaren Fokus starten.

Je früher du beginnst, desto einfacher wird es, finanziell auf Kurs zu bleiben. Also: Jetzt durchstarten – stressfrei, steuersicher und gut aufgestellt ins neue Jahr!