So geht Trumer Schutzbauten mit dem Ukraine-­Krieg um

Die Sanktionen sind spürbar, die Geschäfte laufen trotzdem weiter.


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2 Minuten

AutorIn: Jürgen Zacharias

Markus Haidn von Trumer Schutzbauten i
Trumer Schutzbauten

Markus Haidn

Lawinenschutz und Hangsicherungen sind das Geschäft der Salzburger Firma Trumer Schutzbauten. Weil die Produkte von den Sanktionen derzeit nicht betroffen sind, kann das Salzburger Unternehmen seine Geschäfte in Russland aktuell weiterführen. Ein Gespräch mit Markus Haidn, Trumer-Regionalmanager für den russischsprachigen Raum.

Die Olympischen Winterspiele in Sotchi 2014 waren für Trumer Schutzbauten aus Oberndorf bei Salzburg ein Türöffner in den russischen Markt. Im Vorfeld der Sportgroßveranstaltung wurden gewaltige Infrastrukturmaßnahmen in der Region vorangetrieben. Dabei ging es um Liftanlagen und Hotels. Aber auch um Straßen, Parkplätze, öffentlichen Verkehr und nicht zuletzt auch um Bauten zum Schutz vor Naturgefahren, auf die das Anfang 1990 in der Nähe von Salzburg gegründete Unternehmen spezialisiert ist und zu den Weltmarktführern gehört. Auch in den kommenden Jahren konnte Trumer immer wieder Projekte in der Region realisieren, seit 2019 unterhält das Unternehmen einen eigenen Standort in Moskau. Wir haben Markus Haidn, den Regionalmanager für den russischsprachigen Raum, zum Gespräch getroffen.

Das Wichtigste in fünf Sätzen

  • Seit den Olympischen Winterspielen in Sotchi im Jahr 2014 ist die Salzburger Firma Trumer Schutzbauten mit ihren Lawinen-Schutzbauten und Hangsicherungen am russischen Markt aktiv, seit 2019 unterhält das Unternehmen auch einen eigenen Standort in Moskau.

  • Da die Produkte und Projekte dem Katastrophenschutz dienen, sind sie von den Sanktionen nicht betroffen.

  • Trumer spürt allerdings die Auswirkungen des eingeschränkten internationalen Zahlungs- und Warenverkehrs sowie die steigenden Rohstoffpreise.

  • Potenzielle Rückgänge in Russland will man laut Regionalmanager Markus Haidn auf anderen Märkten kompensieren.

  • "Wir werden wieder verstärkt auf Messen präsent sein und in neue Länder gehen", sagt Haidn.

"Herr Haidn, wie steht es aktuell um ihre Niederlassung in Moskau? Laufen die Geschäfte noch? Dürfen sie überhaupt weiterlaufen?"

Markus Haidn:

Ja, sie dürfen. Unsere Kernkompetenz ist der technische Schutz vor Naturgefahren und da die entsprechenden Produkte und Projekte dem Katastrophenschutz dienen, sind sie von den Sanktionen nicht betroffen. Unsere Mitarbeiter in Moskau arbeiten also vorerst ganz normal weiter. Es handelt sich dabei um Spezialisten wie Geologen und Baustatiker, die mit langfristigen Projekten beschäftigt sind.

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"Sind die Sanktionen trotzdem spürbar?"

Natürlich. Wir sind schließlich auch vom internationalen Zahlungs- und Warenverkehr abhängig und der ist aktuell stark eingeschränkt. Dazu kommt, dass wir die steigenden Rohstoff- und Transportpreise spüren und wir ständig die aktuellen Sanktionen im Auge behalten müssen. Die sind nicht immer leicht zu überblicken, aber wir können dabei auch auf Kammerinformationen zurückgreifen und es gab ja auch vor den aktuellen Maßnahmen seit 2014 schon Sanktionen. Dabei hat sich also auch eine gewisse Routine eingestellt.


"Rechnen Sie in den kommenden Wochen und Monaten mit Einschränkungen?"

Stand jetzt würde ich sagen nein. Allerdings kann niemand in die Zukunft blicken und es ist natürlich nur schwer zu prognostizieren, wie sich die Sanktionen und die wirtschaftlichen Folgen daraus auf unseren weiteren Geschäftsbetrieb auswirken werden.

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"Könnte Trumer mögliche Rückgänge in Russland auf anderen Märkten kompensieren?"

Das tun wir jetzt schon. Wir versuchen bereits seit Längerem uns möglichst breit aufzustellen, um Krisen und Rückgänge in einzelnen Ländern besser abfedern zu können und das Risiko zu streuen. Die aktuellen Entwicklungen in Russland bestätigen unsere Strategie, die wir nun noch intensiver vorantreiben wollen. Wir werden daher wieder verstärkt auf Messen präsent sein und in neue Länder gehen. Dabei sehen wir vor allem im zentralasiatischen Raum viel Potenzial.

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"Und wie sieht die weitere Strategie in Russland aus?"

Wir versuchen dort, unsere Projekte bestmöglich weiterzuverfolgen, mit unseren Kunden im Gespräch zu bleiben und ihnen Lösungen für ihre Probleme anzubieten. Ansonsten können wir nur abwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Einfach so den Markt zu verlassen, wie das jetzt andere Unternehmen getan haben, ist für uns jedenfalls keine Option. Wir haben dort ein sehr gutes Team mit jungen und gut ausgebildeten Leuten, denen wir eine Perspektive geben wollen. Zudem dauern unsere Projekte für gewöhnlich mehrere Jahre – da können wir nicht von heute auf morgen einfach zusperren. Konsumgüterexporteure tun sich mit so einem Schritt sicher leichter.