Wann kann Österreich seinen Strombedarf selbst decken?

Wie oft konnte 2022 mehr Strom exportiert als importiert werden? Das erfährst du hier.


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  • Zahlenjongleur:innen

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2 Minuten

AutorIn: Peter Draxler

Sanduhr mit blauem Sand steht vor einem Tischkalender i
Brian Jackson | stock.adobe.com

MIt den Daten des WKÖ Energie-Monitors haben wir uns angesehen, wie oft und wann Österreich im vergangenen Jahr seinen Strombedarf selbst decken konnte.

Österreich ist bei der Deckung des Strombedarfs seiner Betriebe und Haushalte auf Importe aus anderen Ländern angewiesen. Der Großteil dieser Einfuhren kommt aus Tschechien und Deutschland. Das zeigt ein Blick auf den WKÖ Energie-Monitor. Ein Blick auf die Details zeigt: Zwischen 1. Dezember 2021 und 30. November 2022 konnte Österreich nur an 58 Tagen so viel Strom erzeugen, dass der eigene Bedarf gedeckt war. Überschüsse konnten an diesen Tagen ins Ausland verkauft werden.


WKÖ Energie-Monitor i
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Überschüsse vor allem im Spätfrühling und Frühsommer

Am stärksten ist die heimische Stromproduktion in Frühling und Sommer, wo 46 der 58 Überschuss-Tage zu finden sind. Mit Abstand am produktivsten war dabei die Zeit zwischen 13. April und 21. Juni 2022, wo gleich an 38 Tagen Strom exportiert werden konnte. Im Vergleich mit dem 5-Jahresdurchschnitt (2017-2021) zeigt sich, dass das meteorologische Jahr 2022 ein wenig ertragreiches war: Im Vergleichszeitraum konnten im Schnitt an 87 Tagen Stromüberschüsse erwirtschaftet werden, also an 29 Tagen mehr.

Um unsere Energieziele zu erreichen, müssen wir deutlich schneller werden.

Jürgen Streitner, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der WKÖ

Beim Erneuerbaren-Ausbau in Fahrt kommen

Um den Anteil erneuerbarer Energie zu erhöhen, braucht es vor allem einen Turbo bei den Genehmigungen, erklärt Jürgen Streitner, der die Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der WKÖ leitet: "Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir deutlich schneller werden. Wir müssen schneller werden beim Ausbau der Erneuerbaren, aber auch bei der benötigten Infrastruktur. Mit der Reform der Umweltverträglichkeitsprüfungen sollen Genehmigungsverfahren, die fünf oder sogar zehn Jahre dauern, der Vergangenheit angehören."

Das Wichtigste in Kürze:

  • Österreich ist bei der Deckung seines Strombedarfs auf Importe angewiesen.
  • Zwischen 1. Dezember 2021 und 30. November 2022 konnte nur an 58 Tagen genug Strom im Inland produziert werden.
  • Mit 38 Tagen wurden zwischen 13. April und 21. Juni der Großteil der Überschüsse erwirtschaftet.