Der aktuelle WKÖ-Wirtschaftsbarometer zeigt auf Stabilisierung. Die Erholung bleibt aber fragil.
Das Wichtigste in Kürze:
- Österreichs Unternehmen sehen ihre Geschäftsentwicklung etwaszuversichtlicher.
- Bei Investitionen gibt es noch keine klare Trendwende. Erfreulich ist aber, dass die für Wachstum unerlässlichen Neuinvestitionen wieder anziehen.
- Als größte Herausforderungen sehen die Unternehmen hohe Arbeits- und Energiekosten sowie bürokratische und regulatorische Anforderungen.
Positive Erwartungen, aber Investitionen bleiben zurück
In den heimischen Unternehmen wächst allmählich die Zuversicht– das zeigen die Zahlen des aktuellen Wirtschaftsbarometers der Wirtschaftskammer Österreich, für den im Mai und Juni 2026 mehr als 4.300 Betriebe befragt wurden.
Die Unternehmen erwarten für ihre Auftragslage, Umsätze und Kapazitätsauslastung in den kommenden Monaten positivere Entwicklungen als zuletzt. Auch bei der erwarteten Beschäftigungsentwicklung zeichnet sich eine leichte Trendwende ab.
Unsicherheit bremst Investitionsbereitschaft
Trotz der verbesserten Aussichten bei Auftragslage, Umsatz, Kapazitätsauslastung und Beschäftigung ist bei den Investitionen noch keine Trendwende erkennbar. Rund 23 % der Betriebe planen eine Ausweitung ihres Investitionsvolumens, mehr als ein Drittel rechnet hingegen mit einem Rückgang. Der Erwartungssaldo liegt damit noch im negativen Bereich (-12).
Die Erholung bleibt jedoch fragil. Während Großunternehmen die Entwicklung in allen Bereichen positiv bewerten, äußern sich insbesondere kleinere Betriebe weiterhin deutlich zurückhaltender über ihre unmittelbare Zukunft.
Speziell die Einschätzungen zu den Investitionen belegen die Zurückhaltung. Wer in den nächsten Monaten investieren will, schafft hauptsächlich Ersatz an: bei zwei Dritteln der Unternehmen stehen Ersatzinvestitionen auf der Agenda.
FACTBOX: WKÖ-Wirtschaftsbarometer
Der seit 2002 halbjährlich durchgeführte WKÖ-Wirtschaftsbarometer ist die größte Befragung der gewerblichen Wirtschaft in Österreich. Er erhebt die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen, ihre Erwartungen sowie Einschätzungen zu zentralen wirtschaftspolitischen Fragestellungen. An der aktuellen Befragung haben 4.368 Unternehmen teilgenommen. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich über Mai und Juni 2026.
Alle Infos findest du hier!Demgegenüber plant knapp ein Viertel der Betriebe in den kommenden 12 Monaten überhaupt keine Investitionen.
Als wichtigste Hemmnisse nennen diese Unternehmen die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und einen unzureichenden Absatz- und Marktausblick.
Erfreulich ist hingegen, dass 32% die für Wachstum und Beschäftigung so notwendigen Neuinvestitionen planen. Das ist der höchste Wert seit der Winterbefragung 2023. Neu investieren wollen die Unternehmen vor allem in Digitalisierung (67%) und Innovation (64%), rund die Hälfte verweist zudem auf nachhaltigkeitsbezogene Investitionsvorhaben.
Top-Herausforderungen: Arbeitskosten, Bürokratie, Energiepreise
Um die beginnende konjunkturelle Stabilisierung in einen tragfähigen Aufschwung zu wandeln, sind bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen notwendig. Wichtigste Ansatzpunkte dafür sind aus Sicht der Unternehmen die Themenbereiche Entlastung bei Arbeits- und Energiekosten, Bürokratieabbau sowie strukturelle Reformen in zentralen Bereichen.
Diese Maßnahmen sind wesentliche Voraussetzungen, um die Investitionsbereitschaft anzukurbeln und in weiterer Folge den Standort zu stärken.
iDie Ergebnisse des WKÖ-Wirtschaftsbarometers liefern Hinweise auf eine beginnende konjunkturelle Stabilisierung. Die Unternehmen rechnen mit einer besseren Auftragslage und einer stärkeren Auslastung ihrer vorhandenen Kapazitäten. Damit daraus eine tragfähige Erholung wird, muss sich diese Entwicklung nun verfestigen und in eine breitere Investitionsdynamik übergehen. Die weiterhin negativen Investitionserwartungen zeigen, dass ein zentraler Wachstumstreiber noch fehlt. Hier gilt es, mit entsprechenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen Impulse für mehr Investitionen zu setzen.