Schub nach Digitalistan

Was löst die Coronapandemie in der Wirtschaft aus? Wie reagieren die Firmen auf die sich verändernden Anforderungen der Kunden? 


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • WirtschaftsexpertInnen

Lesedauer:

2 Minuten

AutorIn: Matthias Lauerer

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Die aktuelle „marketmind“- Befragung belegt den Umschwung der österreichischen Wirtschaft – hin zur Digitalisierung und noch mehr Innovation. 

Wie wären digitale Unternehmen wohl gerade im Leben unterwegs, wenn man deren Firmenalter in Menschenjahre umrechnet? Google ist heute ein 23-Jähriger Student, der gerade an der Bachelorarbeit schreibt, Facebook, im zarten Alter von 17 Jahren, die arg rebellische Teenietochter. Der Senior Amazon, Baujahr 94, denkt gerade über Hochzeit und Kinder nach, während TikTok mit seinen gerade mal fünf Jahren kreischend im Kindergarten unterwegs ist. Worauf ich hinaus will? Es kann schnell gehen, und vielleicht kommt der nächste digitale Megakonzern mit dem einen, genialen Einfall ja aus Österreich. Denn immer mehr österreichische Unternehmen beschäftigen sich mit ihrer eigenen digitalen Transformation – das zeigt auch eine aktuelle Studie. 

Deutliche Steigerung

Seit 25 Jahren befragt „marketmind“ regelmäßig die österreichische Wirtschaft. Die jüngste Strukturbefragung stellt fest: „Aktuell beschäftigen sich österreichische Unternehmen deutlich stärker mit dem Thema Digitalisierung als in den Vorjahren.“ Geht doch! Auch, wie diese Beschäftigung aussieht, wurde abgefragt: So kommt es bei 4 von 5 der befragten Firmen endlich zum „verstärkten Einsatz digitaler Kommunikationstools“. Bei der marketmind-Studie 2019 hatten das erst 2 von 3 Firmen getan. Und auf die Frage: „Setzt sich Ihr Unternehmen aktuell mit dem Thema Digitalisierung auseinander?“ antworteten immerhin 40 Prozent der Befragten mit ja.

DOWNLOAD:

Die gesamten Ergebnisse der aktuellen "marketmind"-Befragung

Digitale Geschäftsmodelle entstehen

Die Pandemie entfesselt Kräfte und wirkt als Schub für eine deutlich beschleunigte Digitalisierung. Was vorher eher gemütlich vonstattenging, läuft nun fast wie von selbst: Die marketmind-Umfrage attestiert einen verstärkten Fokus digitaler Kommunikation mit den Verbrauchern und Kunden und einen Trend zu digitalisierter Beschaffung und Logistik sowie innovativen Servicefunktionen. Besonders beachtlich ist die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle: Stolze 70 Prozent der Befragten gaben dies an. Aber wie geht es den Unternehmen mit den Herausforderungen? Der Sorge, die Kunden im digitalen Prozess gut abzusichern? Dann noch das Rechtliche und der wichtige Datenschutz: Bis zu 80 Prozent der befragten Firmen denken darüber nach. 

Große sind aktiver

Im Durchschnitt gilt: Je größer das Unternehmen, desto massiver der Schwung, mit dem man diese Veränderungen auch angeht. Besonders mittelgroße Akteure, also jene ab 50 Mitarbeitenden, steigern ihr Engagement. Weshalb das? Machen wir uns nichts vor: Der so wichtige Umbau kostet Geld, und die liebe „Marie“ muss später wieder erwirtschaftet werden, was nicht jedem Mikrounternehmer schnell gelingt. In welchem Geschäft die Firma aktiv ist, spielt dagegen kaum eine Rolle: Unabhängig von der Branchenzugehörigkeit beschäftigen sich die Unternehmen vermehrt mit Digitalisierung, mit einer einzigen Ausnahme: dem Bauwesen – was ja auch in der Natur der Sache liegt.