Afrika als Zukunftsplayer für die globale Wertschöpfung

So nutzen österreichische Firmen Chancen in Afrika


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • Entrepreneur:innen

Lesedauer:

4 Minuten

AutorIn: David Sievers

Schematische Darstellung von Afrika mit Verbindungslinien i
Florian | stock.adobe.com

Eine junge Bevölkerung und rasantes Wachstum – Teile Afrikas gelten als Zukunftsplayer für globale Wertschöpfungsketten. Das zeigt auch das wirtschaftliche Engagement der ALPLA Gruppe, die solide Umsätze in neun afrikanischen Staaten erwirtschaftet.

Der Blick auf Google Maps täuscht: Afrika ist in Wahrheit 14-mal so groß wie Grönland und bringt auch die Landflächen der USA und China locker unter. Ebenso trüglich sind die Klischees über den "schwarzen" Kontinent, denn Afrika wird laut EIU 2024 die am zweitschnellsten wachsende Region hinter Asien sein. 

Die Handelsbeziehungen zwischen Österreich und den Staaten Afrikas sind trotzdem ausbaufähig und machten 2022 nur 0,56 % des gesamten Handelsvolumens aus. Aber heimische Firmen wie die ALPLA Group aus Vorarlberg sind bereits heute auf dem Kontinent aktiv und verfolgen hier eine langfristige Strategie.

4 neue Perspektiven auf Afrika 

So sieht die UNCTAD die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Kontinent: 

  1. Globale Lieferketten: Dank seiner jungen, tech-affinen Bevölkerung und reichhaltigen Bodenschätzen gilt Afrika als Zukunftsplayer für globale Wertschöpfungsketten. 
  2. Green Tech: Der Kontinent zeigt großes Potenzial im Bereich der erneuerbaren Energien und nachhaltigen Technologien. 
  3. Industrielles Wachstum: Im Norden und Süden Afrikas entstehen derzeit Industrien für die Automobilbranche, Mobilfunktechnologie und Pharma. 
  4. Wichtige Bodenschätze: Viele Staaten Afrikas verfügen über umfangreiche Reserven an Mineralien, die wichtig für High-Tech-Produkte sind.

Mehr Wachstum im Maghreb 

Marokko ist politisch stabil und blickt nach den Einbrüchen von Pandemie und Energiekrise mit zahlreichen Investitionsplänen in die Zukunft. So bietet zum Beispiel die Casablanca Finance City, eines der wichtigsten Finanzzentren in Afrika, Chancen für IT, FinTech und Stadtentwicklung über die Landesgrenzen hinaus. 

Nahe Tanger stehen die Zeichen im Maghreb nun weiter auf Wachstum, denn der Verpackungsspezialist ALPLA Group eröffnete hier ein Werk zur Produktion von PET-Preforms, Kunststoffpaletten und Folien. Das Unternehmen erwirtschaftet bereits in neun afrikanischen Staaten einen Umsatz von einer halben Milliarde Euro mit der Produktion von Verpackungen, Pflegeprodukten sowie Agrochemikalien.  

Bei ALPLA Morocco, einem neu gegründeten Joint Venture, sind derzeit 32 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Mehr als 20.000 Quadratmeter stehen im Werk jedoch für kommende Expansionen zur Verfügung – die ALPLA mit einem Fokus auf "People, Planet und Profit" auch realisieren möchte.


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WKÖ/DMC

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Wertschöpfung für die Region 

ALPLA Group serviciert in Afrika globale Kund:innen wie Coca-Cola, Pepsi und Unilever, bedient aber auch lokale Firmen. Großen Wert legt das Unternehmen dabei auf die Rekrutierung und Ausbildung lokaler Talente – besonders in Südafrika, wo die Anzahl der Lehrlinge erheblich erhöht wird. 

Das passt zur Afrika-Strategie von ALPLA, die in den kommenden Jahren ihre Geschäftstätigkeiten auf dem Kontinent ausbauen möchte. Die Herausforderung dabei: Der Markt ist alles andere als homogen, Währungsschwankungen und geopolitische Instabilität erschweren die wirtschaftlichen Prognosen.  

Dafür arbeitet die Gruppe eng mit lokalen Partner:innen zusammen, um Geschäftsbeziehungen und Lieferketten zu stabilisieren. Und in Nachhaltigkeit zu investieren.

Eva Weissenberger und der Geopolitikexperte Christian Kesberg diskutieren über die wirtschaftliche Entwicklung und die geopolitische Rolle Afrikas i
WKÖ/Werner Beham

LOOKAUT AUSSENWIRTSCHAFT Staffel 2: Schwerpunkt Afrika

Moderatorin Eva Weissenberger und der Geopolitikexperte Christian Kesberg diskutieren über die wirtschaftliche Entwicklung und die geopolitische Rolle Afrikas.

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Moderne Recycling-Anlage in Südafrika 

Bis Herbst 2024 entsteht in der südafrikanischen Küstenstadt Ballito ein modernes Werk zur Wiederverwertung gebrauchter PET-Flaschen. Investitionsvolumen: 60 Millionen Euro. Auf einer Fläche von knapp 90.000 Quadratmeter wird es ALPLA nach der Fertigstellung möglich sein, rund 60.000 Tonnen PET-Flaschen zu recyceln und daraus wiederum 35.000 Tonnen mechanisch recycelte rPET-Flakes und -Pellets herzustellen, von denen ALPLA dann den Großteil zur Produktion eigener Flaschen weiterverarbeitet. Und so dazu beiträgt, die Kreislaufwirtschaft in der Region und darüber hinaus zu fördern und Arbeitsplätze – rund 100 Mitarbeiter:innen sind anvisiert – zu schaffen.  

Das Wichtigste in Kürze 

  • Afrika wird laut EIU 2024 die am zweitschnellsten wachsende Region hinter Asien sein.
  • Die Handelsbeziehungen mit afrikanischen Staaten machen nur einen geringen Teil der österreichischen Handelsbeziehungen aus.
  • Firmen wie ALPLA Group erwirtschaften seit Jahren hohe Umsätze auf dem afrikanischen Markt.
  • Afrika bietet zahlreiche Geschäftschancen für heimische Unternehmen, unter anderem bei erneuerbaren Energien und nachhaltigen Technologien.