Irankrieg: Hormus-Blockade trifft Lieferketten

Die Eskalation im Iran-Krieg trifft ein globales Nadelöhr.


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AutorIn: Peter Draxler

Straße von Hormus, ki-generiert i
Jack | stock.adobe.com

Seit 28.2.2026 stockt der Verkehr durch die Straße von Hormus. Weil hier viel Öl und LNG passieren, können Preise und Lieferzeiten steigen – auch für österreichische Betriebe.

Seit dem 28. Februar 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet, nahezu zum Erliegen gekommen. Die Meeresenge zählt zu den weltweit wichtigsten Engpässen der Energieversorgung.

Rund 19% des globalen Angebotes an flüssigem Erdgas (Liqufied Natural Gas, LNG) und etwa 27% des weltweiten Seeölhandels (80% davon nach Asien) werden über die Seeroute transportiert, das entspricht etwa 20 Millionen Barrel (etwa ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs) pro Tag. Die Straße von Hormus ist somit die wichtigste Öl-Transitroute der Welt. Dementsprechend hat eine Blockade der Seeroute einen großen Einfluss auf weltweite Öl- und Gaspreise.

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Es lässt sich nur schwer abschätzen, wie hoch der Anteil des Handelsvolumens ist, welcher durch die Straße von Hormus fließt und für Europa bestimmt ist. Der Großteil geht in asiatische Länder, während Schätzungen besagen, dass etwa 10% des gesamten Öl- und Gastankerverkehrs durch die Straße von Hormus auf die EU entfällt. Dies entspricht rund 4% des weltweit für die EU bestimmten Tankerhandels.

Österreich bezog über die Straße von Hormus im Jahr 2025 rund 16% seiner gesamten Importe aus Saudi-Arabien und dem Irak. Ein Umgehen dieser Route ist zwar möglich, jedoch nicht unbedingt ohne Komplikationen. Zwar bietet die Ost-West-Rohölpipeline sowie die Abqaiq–Yanbu-NGL-Leitung eine Alternativroute, jedoch sind diese bereits nahe an ihrer Auslastungsgrenze und gelten als anfällig gegenüber Angriffen. Mit dem Iran selber bestehen für Österreich nur geringe wirtschaftliche Abhängigkeiten. Österreich importiert kein Öl, Gas oder sonstige strategische Rohstoffe aus dem Land. Importe bestehen hauptsächlich aus Gemüse und Früchten – laut BMWET im Jahr 2025 rund 12 Millionen Euro.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 28. Februar 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen – ein zentraler Engpass, der weltweit Lieferketten und Energiepreise beeinflusst.
  • Über die Route laufen rund 19% des global gehandelten LNGs und etwa 27% des weltweiten Seeölhandels (ca. 20 Millionen Barrel/Tag) – eine Blockade wirkt daher direkt auf Öl- und Gaspreise.
  • Wie stark Europa betroffen ist, lässt sich nur grob schätzen: Rund 80% der Mengen gehen nach Asien, für die EU werden etwa 10% des Öl- und Gastankerverkehrs durch Hormus geschätzt.
  • Österreich bezog 2025 rund 16% seiner gesamten Importe aus Saudi-Arabien und dem Irak über diese Route – Umwege sind möglich, aber oft teurer und logistisch komplizierter.
  • Alternativen wie die Ost-West-Rohölpipeline oder die Abqaiq–Yanbu-NGL-Leitung gelten als nahe an der Auslastungsgrenze und anfällig; gleichzeitig sind Österreichs Abhängigkeiten vom Iran gering (keine Öl-/Gasimporte, hauptsächlich Obst und Gemüse).
  • Laufende Updates bündelt der Infopoint Nahost der WKÖ.