Irankrieg: So wichtig ist der Nahe Osten für Österreichs Wirtschaft

Österreichs Exporte in die Golfregion sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • Exporteur:innen

Lesedauer:

3

Minuten

AutorIn: Peter Draxler

Österreich blau markiert, Länder im Nahen Osten grün hervorgehoben, zusätzliche Fläche schraffiert. i
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Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran sorgt für neue Unsicherheit – auch für Österreichs Exportbetriebe. Gleichzeitig sind die Golfstaaten in den letzten zehn Jahren zu echten Wachstumsmärkten geworden, allen voran die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien.

Mit dem gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf den Iran wurde am 28. Februar 2026 ein neues Kapitel in der Geschichte des Nahost-Konflikts aufgeschlagen. Eine Analyse der Warenausfuhren zeigt, dass die Golfstaaten für Österreichs Exportwirtschaft in den letzten Jahren deutlich wichtiger geworden sind. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren sind die Ausfuhren spürbar gewachsen – Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich dabei zu zentralen Wachstumsmärkten entwickelt. Die Entwicklung in ausgewählten Märkten im Überblick:

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Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

Laut Statistik Austria haben die VAE 2024 österreichische Waren im Wert von mehr als 800 Mio. Euro bezogen. Dies entsprach einem Zuwachs von 48,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch 2025 konnte der positive Trend fortgesetzt werden: Österreichs Exporte legten um mehr als 9% zu. Wichtigste Exportgüter waren elektrische Maschinen gefolgt von Kesseln, Maschinen, Apparaten und mechanischen Geräten und Fahrzeugen. 

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Saudi-Arabien

Die österreichischen Exporte nach Saudi-Arabien sind 2024 auf knapp 800 Mio. Euro gestiegen. Dies entsprach einem Zuwachs von 48,9% im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2025 gingen die Exporte in den ersten elf Monaten um 15% zurück. Made in Austria ist in diesen Bereichen stark vertreten: Export von Rohren, Antisera, Schalter & Sicherungen, Feuerfesten Zementen & Mörtel oder Arzneiwaren. 

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Israel

Die österreichischen Exporte nach Israel stiegen im Gesamtjahr 2024 um 10% auf 594 Millionen Euro. In den ersten elf Monaten des Vorjahrs gaben die Ausfuhren um 10,5% nach. Die wichtigsten österreichischen Ausfuhren waren 2024 pharmazeutische Erzeugnisse, mechanische Maschinen, Apparate und Geräte, elektrische Maschinen, Apparate und Waren. Nach einem Rekord Tourismusjahr mit über 1 Mio. Nächtigungen 2023 kehrten israelische Gäste aufgrund mangelnder Flugverbindungen weniger oft in Österreich ein. Mit 217.000 Ankünften und knapp über 700.000 Nächtigungen war Israel aber nach wie vor ein wichtiger Überseemarkt und kam auf den 17. Platz der Herkunftsländer. 

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Iran

Österreichs Exporte in den Iran sind seit Jahren wegen der Konflikte in der Region und der verschärften internationalen Sanktionen massiv rückläufig. Österreichische Exporte sanken 2024 um –25,2% auf 118,7 Mio. Euro. Zwischen Jänner und November 2025 gingen diese abermals um -1,4% zurück. Zu den wichtigsten österreichischen Exportgütern zählten im Gesamtjahr 2024 pharmazeutische Erzeugnisse. Die Zahl österreichischer Niederlassungen ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen und heute verschwindend gering. 

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Katar 

2024 exportierte die heimische Wirtschaft Waren im Wert von 60 Mio. Euro. Im Zeitraum Jänner bis November 2025 belief sich der österreichische Warenexport nach Katar auf 95 Mio. Euro und lag damit um mehr als 70 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zu den wichtigsten Exportgütern gehören PKW mit Hubkolbenmotoren über 3.000 cm³, Tannen- und Fichtenholz sowie Apparate zum Filtern und Reinigen von Gasen.

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Jordanien

2024 entwickelten sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Jordanien trotz globaler Herausforderungen relativ stabil. Die österreichischen Exporte nach Jordanien erreichten in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 ein Volumen von knapp 45 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang von 9%. Die wichtigste Warengruppe bilden Getränke, an zweiter Stelle folgten Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge gefolgt von Maschinen und mechanischen Geräten. 

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran (neues Eskalationskapitel seit 28. Februar 2026) bringt zusätzliche Unsicherheit – gerade für österreichische Exportbetriebe, die in der Region aktiv sind.
  • Gleichzeitig sind die Golfstaaten in den letzten zehn Jahren zu klaren Wachstumsmärkten für "Made in Austria" geworden – mit spürbar steigenden Ausfuhren. 
  • Laufende Updates bündelt der Infopoint Nahost der WKÖ.