Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran sorgt für neue Unsicherheit – auch für Österreichs Exportbetriebe. Gleichzeitig sind die Golfstaaten in den letzten zehn Jahren zu echten Wachstumsmärkten geworden, allen voran die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien.
Mit dem gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf den Iran wurde am 28. Februar 2026 ein neues Kapitel in der Geschichte des Nahost-Konflikts aufgeschlagen. Eine Analyse der Warenausfuhren zeigt, dass die Golfstaaten für Österreichs Exportwirtschaft in den letzten Jahren deutlich wichtiger geworden sind. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren sind die Ausfuhren spürbar gewachsen – Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich dabei zu zentralen Wachstumsmärkten entwickelt. Die Entwicklung in ausgewählten Märkten im Überblick:
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Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
Die Warenexporte in die Länder des Nahen und Mittleren Ostens entsprechen 1,4% der heimischen Gesamtexporte. Größter Exportmarkt in der Region sind die VAE. Laut Statistik Austria haben die VAE 2025 österreichische Waren im Wert von mehr als 845 Mio. Euro bezogen. Nach einem deutlichen Zuwachs von 24,2% im Jahr 2024 konnten die österreichischen Warenausfuhren im Vorjahr erneut um 3,6 % gesteigert werden.
Die VAE sind damit auf Rang 32 der größten Exportmärkte. Wichtigste Exportgüter waren elektrische Maschinen gefolgt von Kesseln, Maschinen, Apparaten und mechanischen Geräten und Fahrzeugen.
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Saudi-Arabien
Die österreichischen Exporte nach Saudi-Arabien sind 2024 auf knapp 800 Mio. Euro gestiegen. Dies entsprach einem Zuwachs von 48,9% im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2025 gaben die Exporte um 15% auf 678 Mio. Euro nach.
Made in Austria ist in diesen Bereichen stark vertreten:
- Export von Rohren
- Antisera
- Schalter & Sicherungen
- Feuerfeste Zemente & Mörtel
- Arzneiwaren
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Israel
Die österreichischen Exporte nach Israel stiegen im Gesamtjahr 2024 um 10% auf 594 Mio. Euro. Im Vorjahr gaben die Ausfuhren um 11% auf annähernd 530 Mio. Euro nach. Zu den wichtigsten österreichischen Ausfuhren zählen pharmazeutische Erzeugnisse, mechanische Maschinen, Apparate und Geräte, elektrische Maschinen, Apparate und Waren.
Nach einem Rekord-Tourismusjahr mit über 1 Mio. Nächtigungen 2023 kehrten israelische Gäste aufgrund mangelnder Flugverbindungen weniger oft in Österreich ein. Mit 217.000 Ankünften und knapp über 700.000 Nächtigungen war Israel aber nach wie vor ein wichtiger Überseemarkt und kam auf den 17. Platz der Herkunftsländer.
Iran
Österreichs Exporte in den Iran sind seit Jahren wegen der Konflikte in der Region und der verschärften internationalen Sanktionen massiv rückläufig. Österreichische Exporte sanken 2024 um 25,2% auf 118,7 Mio. Euro. Im Jahr 2025 gingen diese abermals um 6,24% auf 111,3 Mio. Euro zurück.
Zu den wichtigsten österreichischen Exportgütern zählen pharmazeutische Erzeugnisse. Die Zahl österreichischer Niederlassungen ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen und heute verschwindend gering.
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Katar
2024 exportierte die heimische Wirtschaft Waren im Wert von 60 Mio. Euro. 2025 belief sich der österreichische Warenexport nach Katar auf 99 Mio. Euro und lag damit um mehr als 60% über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Zu den wichtigsten Exportgütern gehören PKW mit Hubkolbenmotoren über 3.000 cm³, Tannen- und Fichtenholz sowie Apparate zum Filtern und Reinigen von Gasen.
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Jordanien
2024 entwickelten sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Jordanien trotz globaler Herausforderungen relativ stabil. Die österreichischen Exporte nach Jordanien erreichten 2025 ein Volumen von mehr als 48 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang von 9,9%.
Die wichtigste Warengruppe bilden Getränke, an zweiter Stelle folgten Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge gefolgt von Maschinen und mechanischen Geräten.
FACTBOX: Wie ist Österreichs Exportwirtschaft aktuell in der Region aufgestellt?
- Die Einnahmen aus den bisher hohen Rohstoffpreisen wurden langfristig in der Region investiert, was sich in massiven Zuwächsen der österreichischen Exporte nach Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren auswirkte. Unterschiedlich war die Entwicklung im vergangenen Exportjahr: So verzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate im Vorjahr wieder ein starkes Plus (+9,2%), während die Ausfuhren nach Saudi Arabien nachgaben (-15%) – allerdings nach jeweils kräftigen Steigerungen in den Jahren davor (2023:+12%; 2024: +49%).
- Den Nahen und Mittleren Osten beliefern rund 2.750 österreichische Warenexporteure, am meisten Exporteure sind mit rund 1.450 in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv.
- In der Region sind sowohl kleine als auch große österreichische Betriebe aktiv: Mehr als 1.200 Exportunternehmen in der Region beschäftigen bis zu 10 Mitarbeiter:innen, über 400 haben mehr als 250 Beschäftige.
- Zudem betreiben etwa 270 österreichische Unternehmen Niederlassungen in der Region.
- Maschinen, Fahrzeuge, Pharmazeutische Erzeugnisse, Eisen und Stahl machen mehr als zwei Drittel (65%) der österreichischen Gesamtexporte in die Region aus.
- In den vergangenen zehn Jahren konnte Österreichs stärkster Exportzeig "Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge" um mehr als 6% zulegen, ein kräftiges Plus gab es auch bei den Bearbeiteten Waren und Chemischen Erzeugnissen mit jeweils über 40%.
Das Wichtigste in Kürze:
- Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran (neues Eskalationskapitel seit 28. Februar 2026) bringt zusätzliche Unsicherheit – gerade für österreichische Exportbetriebe, die in der Region aktiv sind.
- Gleichzeitig sind die Golfstaaten in den letzten zehn Jahren zu klaren Wachstumsmärkten für "Made in Austria" geworden – mit spürbar steigenden Ausfuhren.
- Laufende Updates bündelt der Infopoint Nahost der WKÖ.

