Irankrieg: Mögliche Aus­wirkungen auf Energie­preise

Was passiert bei Öl und Gas? Und welche Folgen kann das für Österreich haben?


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • Wirtschaftsexpert:innen

Lesedauer:

3

Minuten

AutorIn: Peter Draxler

Pipeline in der Wüste, ki-generiert i
shootdiem | stock.adobe.com

Wir verfolgen laufend, wie der Iran-Krieg Öl- und Gaspreise beeinflusst – von Hormus-Risiken bis LNG-Logistik und EU-Speichern. Updates, Einordnung und Folgen für Betriebe

Längerfristige Effekte auf die Energiepreise hängen maßgeblich von der Dauer der Angriffe und deren Einfluss auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ab. Kurzfristig wird sich der Konflikt vor allem an den Preisen der Öl- und Gasmärkte bemerkbar machen. Sollte der Konflikt jedoch andauern, könnten logistische Engpässe, sinkende Lagerbestände und eine Verknappung des globalen Angebots deutlich stärkere Preisaufschläge nach sich ziehen.

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Der europäische Referenzpreis (Dutch TTF, Front-Month) ist am 2. März 2026 sprunghaft gestiegen – intraday bis zu +40%. Das ist der größte Tagesanstieg seit August 2023. Dieser Trend setzte sich mit einem weiteren Anstieg um über 30% auch am 3. März fort: Auslöser ist die LNG-Lieferkettenangst rund um Hormus. Aktuell ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark beeinträchtigt (Vorfälle/Schäden an Tankern, viele Schiffe festgesetzt) und zusätzlich ziehen große Versicherer War-Risk-Cover ab 5. März zurück, was Ladungen aus dem Persischen Golf weiter erschwert.

Trotz saisonal sinkendem Verbrauch sind Europas Speicher ungewöhnlich niedrig, weshalb über den Sommer große Mengen Flüssigerdgase (Liquified Natural Gas, LNG) eingekauft werden müssen.

Nach dem jüngsten Ausbruch des Konflikts sind die Ölpreise (hier Brent) zum Marktbeginn am 2. März um rund 9 % angestiegen, am 3. März stieg der Preis weiter um 7,5 %. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg sogar 37,6 %. Setzt sich dieser Trend fort, dürften sich die höheren Treibstoff-, Heizöl- und Logistikkosten auf die Gesamtteuerung auswirken (direkt bei Energie und indirekt über die Güterpreise). Laut Analysten von Capital Economics könnte ein Ölpreis von 100 USD/Barrel die globale Inflation um ca. 0,6–0,7 %-Punkte erhöhen.

Höhere Energiepreise drücken die reale Kaufkraft und erhöhen Kosten in energie-/transportintensiven Branchen (Chemie, Metalle, Baustoffe, Transport, Teile der Grundstoffindustrie). Für Österreich als importabhängiges Land bedeutet das zusätzlich schwächere Terms-of-Trade und erneuter Druck in Lohnrunden (Zweitrundeneffekte), falls der Schock länger anhält. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laufendes Update: Wir ergänzen neue Daten und Marktreaktionen, sobald sich Lage und Preise ändern.
  • Schlüsselstelle Hormus: Dauer und Intensität der Störungen im Transit durch die Straße von Hormus sind zentral für den weiteren Preisdruck.
  • Gas im Fokus: Der europäische Referenzpreis Dutch TTF (Front-Month) ist innerhalb weniger Tage gestiegen – getrieben von LNG-Lieferkettenrisiken.
  • LNG-Logistik wird teurer: Vorfälle/Schäden an Tankern, festgesetzte Schiffe und höhere War-Risk-Kosten können Lieferungen aus dem Persischen Golf erschweren.
  • Relevanz für Österreich: Steigende Öl- und Gaspreise erhöhen Treibstoff-, Heiz- und Transportkosten und können Inflation, Kaufkraft und Lohnverhandlungen wieder stärker beeinflussen.
  • Laufende Updates bündelt der Infopoint Nahost der WKÖ.