Leichte Stimmungs­aufhellung bei Jung­unter­nehmen

JW-Konjunktur­barometer: 25% rechnen mit wirtschaftlichem Aufschwung, Lohnnebenkosten größte Bremse


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Entrepreneur:innen
  • Gründer:innen

Lesedauer:

3 Minuten

AutorIn: Eva Baumgardinger

Sonnenaufgang über einem Bergpanorama i
vovik_mar | stock.adobe.com

Nach mehreren herausfordernden Jahren hellt sich die Stimmung in jungen Betrieben wieder auf – doch ohne Entlastungen bei Steuern und Bürokratie bleibt der Aufschwung brüchig.

Die nächste Unternehmer:innen-Generation signalisiert - erstmals seit Jahren - wieder Aufbruchsstimmung. 25% der Jungunternehmer:innen in Österreich rechnen mit einem wirtschaftlichen Aufschwung. Das entspricht einem Plus von 8 Prozentpunkten im Vergleich zu 2025.

Auch bei den wirtschaftlichen Erwartungen zeigt sich eine leichte Verbesserung: 22% der Jungunternehmen erwarten eine bessere Ertragslage – das ist der höchste Wert seit 2021. Die jungen Betriebe demonstrieren außerdem, dass sie anpacken wollen: 24% planen in den kommenden Monaten neue Mitarbeiter:innen einzustellen. Das ergibt der aktuelle Konjunkturbarometer der Jungen Wirtschaft (JW), für den vom 4. bis 16. Februar über 1.100 Unternehmer:innen unter 40 Jahren aus allen Branchen und Bundesländern vom market-Institut befragt wurden.

Positive Stimmung ist "zartes Pflänzchen"

Trotz dieser positiven Signale bleiben viele Betriebe bei langfristigen Entscheidungen vorsichtig. Nur jeder fünfte Betrieb plant, seine Investitionen zu erhöhen.

"Man spürt, dass die Sorgen in den letzten Jahren gewachsen sind. Seit Beginn der 2020er-Jahre herrscht ein hohes Maß an Unsicherheit – Pandemie, hohe Energiepreise, Inflation, Kriege. Wir wirtschaften nicht im Vakuum", sagt market-Institutsleiter David Pfarrhofer.

Bemerkenswert sei die aktuelle Entwicklung dennoch: "Es gibt ein zartes Pflänzchen, das nach Aufbruch aussieht. Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass es gut gedeiht." Die Bereitschaft zu wachsen ist vorhanden, doch dafür braucht es stabile Rahmenbedingungen.

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WKÖ/DMC


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Knackpunkte: Lohnnebenkosten, Bürokratie, Investitionshemmnisse

Beim JW-Konjunkturbarometer zeigen sich klare politische Erwartungen: 80% der Befragten sehen in einer Senkung der Lohnnebenkosten den wichtigsten Wachstumsimpuls. Fast ebenso viele wünschen sich einen raschen Abbau bürokratischer Hürden (79%) sowie zusätzliche Investitionsanreize (73%). Auch wettbewerbsfähige Energiepreise (71%) werden als entscheidender Faktor genannt.

Mittelfristig steht vor allem eine nachhaltige Senkung der Steuer- und Abgabenquote im Fokus – sowohl mit Blick auf den eigenen Betrieb (85%) als auch auf den Standort insgesamt (83%). Zudem sprechen sich 84% der heimischen Jungunternehmen für tiefgreifende Strukturreformen aus, um den Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken.

Starke und laute Interessenvertretung aus Sicht der Jungunternehmen wichtig

Die Befragung zeigt auch: 81% der jungen Unternehmer:innen halten eine starke Stimme der Wirtschaft für wichtig. Viele sehen die Wirtschaftskammer als zentrale Partnerin: Zwei Drittel berichten von aktiver Unterstützung für Gründer:innen und Jungunternehmen. Gleichzeitig wünschen sich viele Betriebe, dass kleine Unternehmen stärker vertreten und ihre Anliegen mit mehr Nachdruck gegenüber der Politik  eingebracht werden. Zudem wollen 79%, dass mindestens ein Jungunternehmer in der Wirtschaftskammer-Führung vertreten ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Stimmung hellt sich auf: 25% der Jungunternehmer:innen rechnen mit einem wirtschaftlichen Aufschwung – ein Plus von 8 Prozentpunkten im Vergleich zu 2025.
  • Ertragserwartungen steigen: 22% der Jungunternehmen erwarten eine bessere Ertragslage – der höchste Wert seit 2021.
  • Investitionen geplant: Rund jeder fünfte Betrieb plant Investitionssteigerungen.
  • Neue Jobs möglich: 24% der Unternehmen wollen zusätzliche Mitarbeiter:innen einstellen.
  • Aber Stimmung ist "zartes Pflänzchen der Begeisterung", Politik muss Rahmenbedingungen verbessern: Senkung der Lohnnebenkosten, Bürokratieabbau, und Strukturreformen angehen
  • Steuern und Abgaben im Fokus: Die meisten Jungunternehmer:innen wünschen sich mittelfristig eine nachhaltige Senkung der Steuer- und Abgabenquote.