Lohn-Preis-Spirale: Wo lauern die Gefahren?

Weshalb uns eine Lohn-Preis-Spirale drohen könnte und was die Politik dagegen unternehmen kann. 


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • Wirtschaftseinsteiger:innen

Lesedauer:

2 Minuten

AutorIn: Lukas Schwaighofer-Fugger

Wasser rinnt in einem Wirbel einen Abfluss hintunter i
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Inflation und Leitzinserhöhung schüren die Angst vor einer Lohn-Preis-Spirale: Wir erklären dir, was es damit auf sich hat.

Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) am 21. Juli 2022 zum ersten Mal seit 11 Jahren eine Leitzinserhöhung vornimmt, steht auch eine sogenannte Lohn-Preis-Spirale im Raum. "Eine ernsthafte Sorge", wie WIFO-Chef Gabriel Felbermayr kürzlich auf Twitter meinte. Schaukeln sich Löhne und Preise also gegenseitig hoch?

Kampf gegen Inflation dämpft das Wachstum

Als Hüterin der Preisstabilität ist es die Aufgabe der EZB, die Inflation niedrig zu halten. Durch den Ukraine-Krieg und rasant steigende Energiepreise ist diese aktuell jedoch so hoch, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Steigt der Leitzins, wird zwar die Inflation reduziert, allerdings auch das Wirtschaftswachstum gedämpft. Die hohen Inflationsraten der letzten Monate haben darüber hinaus zu einem Kaufkraftverlust in der Bevölkerung geführt. Umso wichtiger ist deshalb ein Blick auf die Entwicklung der Löhne.

Claudia Huber, Leiterin der Abteilung für Wirtschafts- und Handelspolitik in der WKÖ i
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Eindämmung von Teuerungseffekten gefragt

Hier sind die Sozialpartner gefragt, Stichwort Kollektivvertrag. Bei den KV-Verhandlungen spielt die Wahrung der Kaufkraft eine Rolle, in Zeiten hoher Inflation wie jetzt geht es aber vor allem um die Eindämmung von Teuerungseffekten. Daher ist hier von den KV-Verhandlern Umsicht gefragt.

Politik muss Belastungen vermindern

Denn höhere Löhne und Gehälter haben Folgewirkungen, die es zu bedenken gilt. Wenn dadurch das Preisniveau hochgetrieben wird, kann ein Rückgang von Produktion und Beschäftigung eingeleitet werden. Das kann so zur gefürchteten Lohn-Preis-Spirale führen. "Die Politik sollte die Tarifpartner durch Minderung der Steuer- und Abgabenbelastung beim Kaufkrafterhalt unterstützen", meint auch WIFO-Chef Felbermayr. "So stützt sie reale Nettoeinkommen, auch wenn Tarifabschlüsse unter der Inflation bleiben."

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aufgrund der hohen Inflation warnen Expert:innen davor, dass sich Löhne und Preise gegenseitig aufschaukeln könnten - also vor einer Lohn-Preis-Spirale.

  • Bei den anstehenden Kollektivvertrags-Verhandlungen zwischen Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen ist deshalb Umsicht gefragt.

  • Ein Senken der Steuer- und Abgabenbelastung durch die Politik kann die Kaufkraft stützen, ohne das Preisniveau hochzutreiben.