So heizen Rohstoff- und Energiepreise die Teuerung an

Ein Rechenbeispiel aus dem täglichen Leben.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • WirtschaftseinsteigerInnen

Lesedauer:

1 Minuten

AutorIn: Peter Draxler

Ein Bäcker verkauft eine Semmel i
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Allerorts liest man im Moment von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen. Aber wie wirken sich diese tatsächlich auf unser Leben aus?

Sei es mit Marmelade zum Frühstück oder mit Wurst als Snack zwischendurch - wir alle kennen und lieben die Semmel, am besten frisch aus der Bäckerei. Doch wie so viele andere Unternehmen sehen sich auch diese im Moment aufgrund des Ukraine-Kriegs gleich mit einer ganzen Reihe an Preisanstiegen konfrontiert. Und so beginnt sich die Teuerungsspirale zu drehen.

Preissteigerungen seit Jänner 2021:

  • Gaspreisindex +354 %: Die Heizkosten der Bäckerei steigen aufgrund der Gaspreise.

  • Weizenpreis +71 %: Auch das Weizenmehl für die Semmel kostet deutlich mehr.

  • Strom-Großhandelspreis +191 %: Das Backen im Ofen wird wegen der Strompreise teurer.

  • Dieselpreis +59 %: Die Auslieferung der Semmel an eine Filiale des Bäckers verteuert sich wegen der Dieselpreise.

Um wirtschaftlich arbeiten zu können, muss die Bäckerei die gestiegenen Kosten an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben.

Dabei ist in unserer Modellrechnung der größte Teil der Semmelkosten für den Bäcker noch nicht einmal berücksichtigt. Denn die Lohnkosten machen fast die Hälfte der Gesamtkosten aus. Ohne Gegensteuern durch die Politik könnte so die gefürchtete Lohn-Preis-Spirale in Gang gesetzt werden. Ebenso nicht einberechnet ist eine etwaige CO2-Bepreisung, die im Rahmen der ökosozialen Steuerreform ab Juli 2022 für eine zusätzliche Belastung der Unternehmerinnen und Unternehmer sorgen würde.