Was Mercosur für Österreichs Unternehmen bringt

5 Vorteile des EU-Mercosur-Abkommens für heimische Betriebe im Überblick.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • Exporteur:innen

Lesedauer:

3

Minuten

AutorIn: Peter Draxler

Arbeiter in einem Containerhafen, ki-generiert i
Nadzeya | stock.adobe.com

Auch, wenn der genaue Start noch offen ist, das EU Mercosur-Handelsabkommen ist unterzeichnet: weniger Zölle, neue Märkte, stärkere Lieferketten. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Punkte kompakt zusammen und zeigt dir, wie du dich als Betrieb praktisch vorbereitest.

Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen war es am Samstag, 17. Jänner 2026, so weit: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in Paraguay das EU-Mercosur-Handelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten unterzeichnet.  Wann das Abkommen ratifiziert wird und tatsächlich in Kraft treten kann, ist derzeit noch offen. Für die heimischen Unternehmer:innen ist aber schon jetzt wichtig: Was ändert sich konkret – bei Zöllen, Marktchancen, Lieferketten und Standards?

FACTBOX: Mercosur in 20 Sekunden

Mercosur umfasst Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zusammen sind das rund 273 Millionen Menschen und ein Bruttoinlandsprodukt von etwa 2,2 Billionen Euro. Kurz: ein großer Absatz- und Beschaffungsraum, der für Europa (und damit auch für Österreich) wirtschaftlich und geopolitisch an Bedeutung gewinnt.

Weitere Infos zu Mercosur:

Warum das für Österreich besonders zählt

Österreich ist ein Exportland. Ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung und viele Arbeitsplätze hängen daran, dass heimische Betriebe international verkaufen – direkt oder über Zulieferketten.

Handelsabkommen setzen genau dort an: Sie bauen Zölle ab, reduzieren unnötige Hürden und schaffen mehr Planbarkeit. Gerade in Zeiten von Handelskonflikten und höheren Zöllen kann das für Betriebe ein echter Wettbewerbsvorteil sein.

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Die 5 wichtigsten Vorteile von Mercosur

Vorteil #1: Weniger Zölle, mehr Spielraum

Durch das Abkommen sollen Zölle im Mercosur auf 91% der Waren vollständig abgeschafft werden. Für Exporte aus Österreich wird eine Zollersparnis von geschätzt 88 Millionen Euro pro Jahr erwartet.

Vorteil #2: Rückenwind für KMU

Rund 1.110 Unternehmen aus Österreich exportieren bereits in die Mercosur-Region – etwa 67% davon sind KMU. Insgesamt hängen rund 32.000 Arbeitsplätze in Österreich an Exporten in den Mercosur.

Vorteil #3: Mehr Resilienz durch diversifizierte Lieferketten

Mercosur wird als wichtiger Rohstofflieferant genannt – etwa für mineralische Stoffe wie Lithium (Argentinien) oder weitere strategische Rohstoffe. Das ist relevant für viele Branchen, gerade mit Blick auf Energiewende, Industrie und Zukunftstechnologien.

Vorteil #4: Mehr Chancen für Dienstleistungen

Die Öffnung des Dienstleistungsmarktes (z. B. Umwelt, Telekommunikation, Beförderungsdienste) kann österreichischen Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten bringen – auch für digitale und wissensintensive Services.

Vorteil #5: Schutz österreichischer Produkte

13 österreichische Erzeugnisse mit geografischen Angaben sollen durch das Abkommen geschützt werden (z. B. Vorarlberger Bergkäse, Tiroler Speck, Steirisches Kürbiskernöl). Das stärkt Marke, Preis und Positionierung – gerade im Premiumbereich.

Ready for Mercosur: Weitere Infos

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Webinar "Was bringt das EU-Mercosur Abkommen?"

Am 16. März veranstaltet die WKÖ ein Webinar zum Thema "Was bringt das EU-Mercosur Abkommen?" statt. Alle Details findest du .

FAZIT

Mercosur ist kein "Nice-to-have", sondern kann für viele österreichische Betriebe ein handfester Hebel sein: weniger Zölle, neue Märkte, mehr Resilienz bei Rohstoffen und Lieferketten – bei weiterhin geltenden EU-Standards. Wer früh prüft, wo das eigene Geschäft profitiert, kann schneller und sicherer ins Tun kommen.

7-Schritte-Checkliste für Unternehmer:innen

Schritt #1: Produkte und Services priorisieren
Welche deiner Produkte/Leistungen sind für Mercosur attraktiv (z. B. Maschinen, Elektrogeräte, Pharma, Chemie, Messgeräte, Umwelt-Services, Telekom, Transport)? 

Schritt #2: Zoll-Effekt durchkalkulieren
Wo drücken heute Zölle? Was würde eine Reduktion/Abschaffung in Preisgestaltung und Marge verändern?

Schritt #3: Lieferketten prüfen
Gibt es Vorprodukte/Rohstoffe, bei denen du breiter aufstellen willst (Resilienz, Preis, Verfügbarkeit)?

Schritt #4: Standards und Nachweise frühzeitig klären
Welche Anforderungen gelten für deine Branche (z. B. technische Standards, Dokumente, Compliance)? Was musst du intern vorbereiten?

Schritt #5: Partner:innen und Vertrieb aufbauen
Vertriebskanäle, lokale Partner:innen, Service-Strukturen: Wer hilft dir vor Ort, wer öffnet Türen?

Schritt #6: Risikomanagement fix einplanen: 
Wechselkurs, Zahlungsbedingungen, Logistik, Versicherung – besser vorher sauber aufsetzen als später teuer nachziehen.

Schritt #7: WKÖ-Expertise nutzen:
Hol dir Beratung zu Marktzugang, Regeln und Branchenfragen. Das spart Zeit und reduziert Fehlerkosten. Die Expert:innen der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA können dir bei so gut wie allen Problemen weiterhelfen.