Für österreichische Unternehmen könnte der Eurozonen-Beitritt Bulgariens ein echter Rückenwind-Moment werden. Heimische Firmen sind in Bulgarien längst kein Nischen-Thema mehr – Handel und Investitionen laufen dynamisch.
Eine WKÖ-Umfrage unter 100 Führungskräften zeigt: Viele rechnen mit mehr Aufträgen, mehr Investitionen – und sehen im Eurozonen-Beitritt überwiegend Vorteile. Aber: Bürokratie, Infrastruktur, Korruption und Fachkräfte bleiben große Stolpersteine – und genau da entscheidet sich, wie viel "Boost" am Ende wirklich ankommt. Hier sind 7 Fakten, die du jetzt über Bulgariens Euro-Beitritt wissen musst:
Fakt #1: Schengen-Vollmitgliedschaft seit 2025 reduziert Reibung im operativen Alltag
Seit 2025 ist Bulgarien Schengen-Vollmitglied – das klingt politisch, ist aber für Unternehmen vor allem operativ wichtig: Dienstreisen, Einsätze von Außendienstmitarbeitende oder grenznahe Lieferketten werden planbarer, weil weniger "stop-and-go"“ an der Grenze anfällt. Kurz: Du verlierst weniger Zeit und kannst Abläufe besser takten.
Spannende Updates für dich
Mit der MARI€ MAIL erhältst du unsere wichtigsten Infos direkt in deine Mailbox.
Jetzt zum Newsletter anmelden!Fakt #2: Geplanter Euro-Start ab Jänner 2026 rückt Bulgarien in den „Kern“ des Binnenmarkts
Mit dem geplanten Eurozonen-Beitritt Anfang 2026 rückt Bulgarien noch näher an den Kern des EU-Binnenmarkts. Aus Sicht der heimischen Wirtschaft ist das ein "positives Signal" – und genau das ist der Punkt: Der Euro senkt Währungs- und Transaktions-Verluste, was bei Preismodellen, Langzeitverträgen und Investitionen sofort spürbar werden kann. Dazu kommt, dass Bulgarien laut EU-Kommission rund um die Euro-Einführung mit starkem Wachstum gerechnet wird – das ist Rückenwind fürs Geschäftsumfeld.
Fakt #3: 75 % erwarten 2026 ein stabiles oder besseres Wirtschaftsklima
Nach einem fordernden 2025 blicken unsere Firmen in Bulgarien vorsichtig positiv auf 2026. 75 % erwarten beim allgemeinen Wirtschaftsklima zumindest Stabilität oder Verbesserung. Wichtig für die Glaubwürdigkeit: Das sind nicht Einzelmeinungen, sondern Ergebnisse aus einer Befragung unter 100 Führungskräften österreichischer Unternehmen in Bulgarien.
Fakt #4: Mehr Umsatz, mehr Aufträge, mehr Investitionen – viele Betriebe übersetzen die "Integrations"-Effekte in Pläne
Noch deutlicher ist der Optimismus, wenn’s um das eigene Geschäft geht: Beinahe jedes zweite Unternehmen erwartet mehr Umsatz, über 40 % mehr Aufträge. Und mehr als jede vierte Niederlassung plant sowohl mehr Beschäftigte als auch ein höheres Investitionsvolumen. Das ist ein starkes Signal, dass viele Betriebe die "Integration" (Schengen & Euro) nicht nur beobachten, sondern in Entscheidungen übersetzen.
Fakt #5: Der Handel hat Momentum – ein sattes Plus von fast 50 % bei unseren Exporten seit 2019
Die Wirtschaftsbeziehungen sind ohnehin dynamisch: Die Warenexporte Österreichs nach Bulgarien sind 2019 bis 2024 um 46,1 % gestiegen, und auch 2025 gab’s in den ersten neun Monaten ein Plus. Mit 1,19 Mrd. Euro gehört Bulgarien schon jetzt zu den Top-25-Exportmärkten Österreichs. Heißt: Der Euro als neue Währung trifft nicht auf einen Nischenmarkt für österreichische Firmen, sondern auf eine Beziehung, die lange Tradition hat.
INFOBOX: Was Du jetzt tun kannst
- Verträge, Gesellschaftsdokumente und Preislisten "Euro-fit" machen: Umstellungsklauseln, Rundungslogik, Zahlungsbedingungen, Indexierung.
- Cashflow und Working Capital checken: Gerade bei Projekten über den Jahreswechsel 2025/26.
- Lieferkette und lokale Partner:innen neu bewerten: Qualität lokaler Zulieferer wird als Plus gesehen – das kann Skalierung erleichtern.
- Support nutzen: Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA unterstützt dich mit ihrem AußenwirtschaftsCenter Sofia bei der Marktbearbeitung.
Fakt #6: Österreich ist als Investor und mit Niederlassungen längst stark präsent
Österreich ist laut bulgarischer Nationalbank nach den Niederlanden zweitgrößter ausländischer Direktinvestor – noch vor Deutschland. Vor Ort gibt’s rund 350 heimische Unternehmen mit Niederlassungen mit über 30.000 Beschäftigten. Dazu kommt: "Made in Austria" ist in Bulgarien vor allem bei Maschinenbau und Fahrzeugen, Baustoffindustrie und Versicherungen stark, aber auch Medizin/Pharma und Energie spielen eine gewichtige Rolle.
Fakt #7: Euro hin oder her – politische Stabilität, Bürokratie, Korruption, Infrastruktur und Fachkräfte bleiben Risiken
Der Reality-Check: Euro-Einführung gut – aber Risiken bleiben (und müssen einkalkuliert werden). Die Unternehmen nennen als größte Herausforderungen u. a. politische Stabilität, Bürokratie, Korruption, Infrastruktur und Fachkräftemangel. Zusätzlich sollten Betriebe Themen wie die aktuell hohe Inflation sowie steigende Arbeitskosten im Blick behalten.
