Leitzins­erhöhung: Diese 6 Begriffe musst du kennen

Nachfrageschock, Stagflation & Co: Hier erklären wir dir die 6 wichtigsten Begriffe rund um die Leitzinserhöhung.


Wer diesen Beitrag lesen sollte:

  • Wissenshungrige
  • WirtschaftseinsteigerInnen

Lesedauer:

2 Minuten

AutorIn: Julian Kern

Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main i
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Von Leitzins, Stagflation oder Nachfrageschocks liest man aktuell häufig. Doch was bedeutet das eigentlich, was ist ein "neutraler" Zinssatz, und wann muss Geldpolitik auch mal ultralocker werden? Die Antworten auf diese 6 Fragen findest du hier.

Frage 1: Was ist ein Leitzins?

Der von Zentralbanken wie der EZB festgelegte Leitzins bestimmt, zu welchen Konditionen Banken und Kreditinstitute Geschäfte miteinander machen. Steigt der Leitzins, wird das Geldausborgen für die Banken und damit ihre Geschäfte teurer. Das dämpft das Wirtschaftswachstum.

Frage 2: Was ist ein neutraler Zinssatz?

Neutraler Zinssatz oder Gleichgewichtzszinssatz bedeutet, dass dieser den Markt im Gleichgewicht hält, also weder die Inflation stimuliert noch das Wirtschaftswachstum bremst. Der Gleichgewichtszinssatz muss aber nicht zwingend 0 Prozent betragen, da er sich nach Wirtschaftssituation im jeweiligen Währungsraum richtet.

Frage 3: Was ist ein positiver Nachfrageschock?

Ein positiver Nachfrageschock kann entstehen, wenn Menschen unvermittelt beginnen, ihre Konsumausgaben zu erhöhen. Trifft diese verstärkte Nachfrage dann auf ein stagnierendes oder vielleicht sogar fallendes Angebot, hat man einen klassischen Fall von "too many dollars chasing too few goods". Das kurbelt die Teuerung an.

EZB in Frankfurt am Main i
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Frage 4: Was ist Stagflation?

Stagflation ist ein zusammengesetzter Begriff aus Stagnation und Inflation. Gemeint ist damit eine Situation, in der die Wirtschaft nicht wächst und gleichzeitig Inflation und Unterbeschäftigung vorherrschend ist – es kommt zu einem negativen Angebotsschock.

Dazu kommt es, wenn die Energiepreise auf dem Weltmarkt steigen und sich Arbeitgeber- sowie Arbeitnehmervertreter:innen auf entsprechende Lohnerhöhungen einigen.

Frage 5: Was ist eine Lohn-Preis-Spirale?

Wenn die Energiepreise auf dem Weltmarkt steigen und sich Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen auf entsprechende Lohnerhöhungen einigen, kann es dazu kommen, dass die Lohn-Preis-Spirale angetrieben wird.

Höhere Löhne bringen höhere Produktpreise mit sich. Dies kann zu einem Anstieg des inländischen Preisniveaus führen und einen Rückgang von Produktion und Beschäftigung einleiten.

Frage 6: Wann spricht man von "ultralockerer Geldpolitik"?

Von einer lockeren oder ultralockeren Geldpolitik ist die Rede, wenn der Leitzins niedrig (meist 0) ist und die Banken Negativzinsen zahlen müssen, um ihr Geld bei der Zentralbank einlagern zu können. Eine ultralockere Geldpolitik führt zu günstigen Krediten, fördert Investitionen und kurbelt so die Wirtschaft an. Die Kehrseite: Die Inflation könnte zu hoch klettern.